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Niederländer kämpfen gegen Jugendarbeitslosigkeit

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Niederländer kämpfen gegen Jugendarbeitslosigkeit

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Während sich die Jugendarbeitslosigkeitsrate in Spanien und Griechenland langsam der 60-Prozentmarke nähert, freut man sich in Berlin und Wien über eine Jugendarbeitslosigkeitsrate von deutlich unter zehn Prozent. Auch die Niederlande gehören zu dieser kleinen Gruppe von EU-Staaten, die mit einer guten – weil niedrigen – Zahl junger Arbeitsloser aufwarten können, das europäische Statistikamt EUROSTAT spricht in seiner jüngsten Veröffentlichung von 9,7 Prozent.

Wie schaffen es manche Länder, ihre Jugendarbeitslosigkeit dauerhaft niedrig zu halten? Im Falle Deutschlands liegt die Antwort auf der Hand: das duale Ausbildungssystem. Doch unsere Reportage führt uns in die Niederlande und hier fällt die Antwort etwas differenzierter aus. Wir sind in Rotterdam, vor einem riesigen, roten Backsteinbau direkt am Kai des Hafens. Eine Gruppe Jugendlicher im Alter zwischen 17 und 27, in roten und blauen Overalls, liefert sich eine begeisterte Schneeballschlacht. Es sind Schüler und Lehrlinge einer technischen Ausbildungseinrichtung. Die Schneeballschlacht im Hafen von Rotterdam gehört gewisserweise mit zur niederländischen Angriffsordnung gegen die Jugendarbeitslosigkeit, getreu der Logik, dass es sich mit Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein einfach besser lehrt und lernt – und wer aufmerksam sein soll, braucht eben auch Pausen an der friscchen Luft. Die Lehre und das Lernen sollen Freude bereiten, Aufmerksamkeitsdefiziten soll vorgebeugt werden. Die pädagogische Gleichung hört sich simpel an, ist aber nicht immer einfach zu lösen: Wer motiviert ist, leistet mehr. Wer mehr leistet, lernt mehr. Wer mehr lernt, findet einen besseren Arbeitsplatz, bleibt flexibel, kann sich anpassen.

Diese Jungs hier im Hafen von Rotterdam wissen, dass sie Arbeit finden werden, nach Beendigung ihrer Ausbildung. “Innovations-Dock” nennt sich die frühere U-Boot-Werft heute. Dort haben uns mit Gillian verabredet. Der 18-jährige Bauarbeitersohn absolviert eine Lehre als Spezial-Schweisser. Sein Arbeitgeber hier im Hafen hat sich auf hochkomplexe Röhrensysteme bei Gefahrguttransporten spezialisiert. Gillians Röhren auf Schiffen und Hafenanlagen müssen absolut dicht sein. Sonst knallt es und das darf nicht passieren. Die Grundlagen lernt er im Betrieb. Doch einmal pro Monat ist er eine Woche lang hier, im “Innovations-Dock”, wo er Dinge lernt, die ihm seine Firma nicht beibringen kann. Betriebliche und überbetriebliche Ausbildung gehen Hand in Hand.

Was sich für deutsche, österreichische oder niederländische Ohren als eine Selbstverständlichkeit anhört, als Ausbildungsalltag, ist für manche EU-Nachbarn Neuland. Gillian erläutert die Ausbildungsmethode: “Ich lerne hier eine Menge”, sagt er, nachdem er sich die Schweisserbrille auf die Stirn geschoben hat. Draussen im Betrieb natürlich auch. Doch hier in der Berufsschule bringen die mir Spezialwissen bei und machen mich mit den unterschiedlichsten Arbeitstechniken vertraut. Sowas kann der einzelne Betrieb gar nicht leisten. Schule und Arbeit ergänzen sich eben.” – Gillian wirkt zufrieden, ausgeglichen, zielbewusst. Fähigkeiten, die ihm helfen werden, später einmal, wenn er den Arbeitsplatz wechseln, sich bewerben, auf der Karriereleiter nach oben klettern will.

Gillians Ausbilder André kommt hinzu: “Für uns als Ausbildungs-Institut spielt Innovation eine extrem wichtige Rolle. Wir stellen uns auf die konkreten Bedürfnisse der Unternehmen ein, besuchen Fachmessen, kaufen die allerneuesten Maschinen oder bauen sie selbst nach. Wir versuchen immer auf dem neuesten Stand zu sein, auch was Know-How und Arbeitstechniken betrifft, die wir den Lehrlingen nahebringen wollen.”

Die Umwandlung von der U-Boot-Werft in ein Ausbildungszentrum kostete 22 Millionen Euro, finanziert von Hafen-Firmen, der Stadt Rotterdam und der Europäischen Union. Was kann man lernen aus dem niederländischen Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit? Innerhalb des “Innovations-Docks” haben sich gleich mehrere Ausbildungsschulen und Lehrwerkstätten angesiedelt, eine von ihnen ist das Albeda-College. Manager Michel van’t Hof schlägt vor: “Mein Tip für andere Länder: Berufs-Schulen sollten ihr Lehrangebot Betrieben in der Nachbarschaft nahebringen und verkaufen. Dadurch kommen sich Schulen und Firmen sehr nahe und die Schulen kommen in Kontakt mit innovativen Techniken. Die Unternehmen werden dann ihrerseits daran mitwirken, ihre Innovationen in den übertrieblichen Ausbildungsplan zu integrieren.”

9,7 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, das sind die jüngsten EUROSTAT-Zahlen für die Niederlande. Doch die Tendenz ist steigend, weshalb die Stadt Rotterdam massiv in Aus-, Fort- und Weiterbildung investiert.

Dem Vorschlag der EU-Kommission einer Arbeitsplatz- oder Ausbildungs-Garantie für Jugendliche steht man in Rotterdam mit gemischten Gefühlen gegenüber: einerseits signalisiert man prinzipielles Verständnis für die Idee, andererseits möchte man eine rechtlich verbindliche “Jugendgarantie” verhindern. Der Rotterdamer Sozial-Stadtrat fordert Eigenverantwortung, Anpassungsbereitschaft und extreme Flexibilität seitens junger Arbeitssuchender. “Junge Arbeitslose sollten dazu gezwungen werden, jedes Job-Angebot anzunehmen, das auf dem Arbeitsmarkt der Realwirtschaft vorhanden ist”, formuliert Marco Florijn, Mitglied der niederländischen Sozialdemokraten. “Junge Arbeitslose sollten kein Arbeitslosengeld erhalten, wenn sie nicht arbeiten wollen, sich nicht aktiv um einen Arbeitsplatz bemühen oder ein Jobangebot zurückweisen. Die jungen Arbeitslosen müssen selber einen Job suchen. Wir sind nicht deren Eltern.” – Der Tenor ist eindeutig: Der Sozialstadtrat betont die Eigenverantwortung jedes einzelnen Individuums für sein Schicksal, auch und gerade bei der Arbeitsplatzsuche. Andererseits signalisiert er weitreichendes Entgegenkommen bei der Finanzierung von Ausbildungsförderungen durch die öffentliche Hand. Es sollte eben “ein Geben und Nehmen” sein, betont Florijn, der nicht nur mit die Arbeitslosen aus der Sofa-Ecke scheuchen möchte, sondern auch mit manchen Ausbildungsbetrieben hart ins Gericht geht: Man solle aufhören, Arbeitslose zu produzieren. Wer seinen Ausbildungsauftrag ernst nehme, der müsse als Schulleiter oder Fortbildungsmanager so dicht an den Erfordernissen des Marktes, der Unternehmen, der Industrie kleben wie nur irgend möglich. Null-Distanz zwischen Ausbildung und Arbeitswelt lautet das Motto der Niederländer, ein Motto, mit dem sie in jüngster Zeit relativ gut gefahren sind.

9,7 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, die EUROSTAT-Zahl beeindruckt. Doch die Realität sieht nicht ganz so rosig aus, betont einer der führenden Arbeitsmarktforscher der Niederlande, Wiemer Salverda von der Universität Amsterdam. Während EUROSTAT von 9,7 Prozent spricht, beharrt das niederländische Statistikamt auf einer Zahl von über 13 Prozent. Die Berechnungsgrundlage ist anders. Während EUROSTAT bereits geringfügige Arbeitsverhältnisse von wenigen Arbeitsstunden pro Woche und selbst Schüler- und Aushilfsjobs als “Arbeitsverhältnis” gelten lässt, hat das niederländische Statistikamt die Latte höher gehängt – und zeichnet deshalb ein Jugendarbeitslosigkeitsbild, das kritischer ist als das von EUROSTAT.

“Viele Jugendliche arbeiten bereits während der Schulzeit, beispielsweise in Supermärkten”, erläutert Salverda. In Frankreich oder Italien sähe man in Supermärkten alle Altersstufen an der Kasse und zwischen den Regalen. In den Niederlanden sei das nicht so: viele Discounter und andere Geschäfte profitierten vom geringen Mindestlohn für Jugendliche und stellten gezielt sehr, sehr junge Menschen ein, oft in Teilzeitarbeitsverhältnissen oder auch nur für einen Tag pro Woche. “Das ist ein Unterschied zu anderen Ländern, auch wenn das oft nur Mini-Jobs sind. Jedenfalls haben bei uns zehnmal mehr Jugendliche Arbeitserfahrung als beispielsweise in Italien”, bilanziert Salverda seine differenzierte Analyse der Situation in den Niederlanden. Auf ein anderes Land könne man das nicht so einfach übertragen, meint Salverda, der übrigens auch der vielbesprochenen Liberalisierung des niederländischen Arbeitsmarktes nicht nur gute Seiten abgewinnt. Salverda betont zudem, dass im Jahresvergleich die Jugendarbeitslosigkeit deutlich ansteigt und immer noch im Steigen begriffen ist. Sieht man sich nicht die Prozentzahl der jungen Arbeitslosen an, sondern die Beschäftigungsquote junger Menschen, ist Salverda alles andere als optimistisch: “Während der Finanzkrise ist die Beschäftigungs-Rate junger Arbeitsnehmer in den Niederlanden um ein Drittel gesunken, bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund beträgt der Rückgang sogar die Hälfte!”

Wir fahren nach Amsterdam-West, einer der sozialen Brennpunkte der Stadt. Bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund liegt die Arbeitslosenquote nicht 9,7 Prozent, sondern bei vierzig Prozent. Viele fühlen sich ausgeschlossen, leiden unter Depressionen, geben auf. Manche geraten auf die schiefe Bahn, landen im Gefängnis. Wie sehen sie ihre Lage?

Yafuku kam vor etwa 15 Jahren aus Somalia in die Niederlande, als “Illegaler”, ohne Papiere. Seit drei Jahren hat er Papiere, eine Aufenthaltsgenehmigung. Er dachte, nun habe er endlich seine Chance. Yafuku, ein stämmiger Mann der zupacken kann, fand eine legale Anstellung als Bauarbeiter. Doch mit dem Zusammenbruch der niederländischen Bauwirtschaft, mit dem Platzen der Immobilienblase, verlor auch Yafuku seine Arbeit. Vor neun Monaten war das. Das Geld, das er hier in den Niederlanden verdiente, schickte er zu seiner Familie nach Somalia. Das ganze Dorf hatte damals ihn, Yafuku, ausgewählt, nach Europa aufzubrechen. Er galt als der Beste. Der Stärkste. Der Intelligenteste. Yafuku würde seinen Weg finden. Nach Europa. Und in Europa. Und Geld zurückschicken, nach Somalia. Ein Hoffnungsfaden für Dutzende Familien. Diese Verantwortung lastet schwer auf Yafukus breiten Schultern.
“Jetzt bin ich arbeitslos und ich schäme mich zu Tode. Die Leute auf der Strasse sind aggressiv, ich muss ihnen ausweichen. Ich habe in meinem Leben einfach kein Glück gehabt.” – Er bricht in Tränen aus. Auf einmal ist es ganz still in diesem Raum mit zwanzig jungen Männern. Einer steht auf, bringt Yafuku einen Plastikbecher Wasser.

Auf Dyrons Stirn haben sich tiefe Falten eingegraben. Er hat Yafuku aufmerksam zugehört. Jetzt bricht es aus Dyron heraus: “Er ist kein Junkie, trotzdem fürchtet er sich, nur weil er schwarz ist und arbeitslos. Er weicht den Leuten auf dem Bürgersteig aus, ist verzweifelt. Wenn man keine Lösung findet für Leute wie ihn, dann knallt es irgendwann”, protestiert er mit weit ausladenden Gesten. “Peng!”, sagt Dyron. “Eine sozial explosive Mischung” entstehe da gerade in den Niederlanden, formuliert Arbeitsrechtsprofessor Salverda.

Yahya ist einer der jüngsten in der Runde. Er wurde in Marokko geboren, “in den Ferien”, seine Heimat sind die Niederlande. “Wissen! Du brauchst Wissen!”, ruft er laut. Geld sei nicht so wichtig. “Wissen schon.” Brahim pflichtet ihm bei, “Wissen ist Macht”. Brahim hat ein T-Shirt mit Moskau-Aufdruck, vor zwei Wochen hat er geheiratet, “ich will meine Familie ernähren, ich brauche Arbeit”. Brahim wundert sich: “Ich bin bereit alles zu machen, jeden Job zu übernehmen. Putzen ist OK für mich. Oder sonstwas. Irgendwas. Aber niemand will mich einstellen. Ich bekomme einfach keine Chance.” Aber warum denn nicht? “Hier in Holland gibt es immer noch viele Unternehmen, die diskriminieren”, hat Brahim festgestellt. “Wenn ich mich vorstelle, zusammen mit einem anderen Bewerber der sagen wir Johann heisst, dann sagt mir der Betriebsleiter, dass er micht zurückrufen werde… was natürlich nicht stimmt. Er gibt dem Johann den Arbeitsvertrag, nicht mir.” Viele Manager und Geschäftsinhaber würden nur vom Erscheinungsbild eines Menschen ausgehen, “ich habe einen Goldzahn, vielleicht liegt es ja daran”, versucht sich Brahim mit Humor zu beruhigen. Dann wird er wieder ernst: “Was ich den Managern sagen möchte: Wacht auf! Gebt uns, den Jungen, eine Chance! Wir, die Jungs ohne Universitätsdiplom, wir können arbeiten, wir wollen arbeiten – und wir können besser anpacken als viele andere mit Diplom.”

Rodney, ein junger Mann Mitte 20 mit Dreadlocks, pflichtet Brahim bei: “Wenn niemand mehr in uns Jugendliche investieren will, in Jugendliche die arbeiten wollen, die motiviert sind und sich anstrengen können, wenn uns niemand teilnehmen lässt am Arbeitsmarkt, was sollen wir denn dann tun? Manche werden einen anderen Weg einschlagen, den falschen Weg, den kriminellen Weg, einfach nur darum, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Die Kosten für den Staat und die Gesellschaft in der wir leben, werden dann viel höher sein.”

Rodney, Brahim, Dyron und die anderen haben sich freiwillig zu einem Projekt namens “Kandidatenmarkt” angemeldet. Selbstvertrauen, Persönlichkeitstraining, Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgesprächstraining, Kleiderordnung, Netzwerkarbeit, Zielsetzung, Jobsuche, Motivierung – der Stundenplan des zwölfwöchigen Intensivtrainings ist dicht. Manche der Teilnehmer haben kein Geld für den öffentlichen Nahverkehr, gehen kilometerweit, jeden Morgen, um hierher zu kommen, in die “Garage Notweg” in der Amsterdamer Vorstadt, eine umgebaute Autowerkstatt. Junge Menschen mit Ideen aber wenig Geld können hier ihre Geschäfts-Idee verwirklichen. Auch “Sozialunternehmer” wie Patricia finden hier billigste Büroflächen, gesponsort von der lokalen Wohnungsbaugesellschaft. Patricia ist eine echte Power-Frau. Sie coacht Problem-Jugendliche. Jeder hat Stärken, glaubt Patricia: frühere Diebe sind gute Techniker und der Chef einer Jugendbande habe Manager-Kapazitäten. Einige der jungen Männer hier sind “schwere Jungs”, hatten schon einmal nähere Bekanntschaft mit Polizei und Justiz gemacht. “Jugendliche aus einem sozial schwierigen Umfeld müssen in ihrem Leben mit einer Vielzahl von Problemen fertigwerden, denn es fehlt ihnen an Unterstützung und an sozialen Netzwerken”, meint Patricia. Sie hilft den jungen Arbeitslosen, ihre ganz privaten VIP-Netzwerke aufzubauen, Schritt für Schritt den Weg zu finden hin zu einem Menschen, der vielleicht wirklich in der Lage ist, die Tür zu einem Arbeitsplatz zu öffnen. Es ist eine Art Projekt der “letzten Chance”. Ivo ist der Beleg dafür, dass Patricia mit ihrer Netzwerk-Methode richtig liegt. Sechzig Prozent der jungen Erwachsenen, die Patricia unter ihre Fittiche nimmt, finden Arbeit. In Kaufhäusern, in Finanzinstituten oder – so wie Ivo – als verantwortlicher Sporthallen-Manager in Amsterdam. Wir treffen ihn in dem hochmodernen Komplex, wo er Belegungspläne erstellt, die Arbeit der Sportlehrer überwacht, Verwaltungsaufgaben erledigt, zwischendurch eine Kindergruppe übernimmt. Ivo managt den Laden hier, den Kollegen sieht man an, sie respektieren ihn, vertrauen ihm. “Nie aufgeben!”, rät Ivo anderen jungen Arbeitslosen in den Niederlanden oder anderswo in Europa. “Wir sind jung. Wir sind die Zukunft. Wenn die ersten fünf, zehn, zwanzig Bewerbungen schieflaufen: mach einfach weiter!”

Der Weg in ein geregeltes Arbeitsverhältnis ist mit Hindernissen gesäumt. Auch in den Niederlanden. Und das gilt insbesondere auch für behinderte Menschen. Wir sind in Utrecht. Bastiaan ist blind. Heute trifft er sich mit Internet-Coach Laura, damit er seine Bewerbungen künftig gezielter adressieren kann. E-Coach Laura rät ihm, verstärkt soziale Internetforen zu verwenden bei seiner Arbeitsplatzsuche. Bastiaans Traumjob ist eine Anstellung in der PR-Abteilung eines Unternehmens oder eines Sportvereins. E-Coach Laura zeigt ihm die elektronischen Wege und Pfade, mit denen er diesen Arbeitsplatz – vielleicht – finden kann.

Das niederländische Arbeitsrecht empfiehlt Arbeitgebern zwar, zwei bis fünf Prozent der Arbeitsplätze mit behinderten Menschen zu besetzen, doch in der Praxis halten sich nur wenige Firmen daran. “Sollten die Unternehmen dazu verpflichtet werden, fünf Prozent Behinderte einzustellen, dann würde sich meine Lage ändern”, glaubt Bastiaan. “Ich hoffe auf das neue Gesetz. Viele junge Behinderte könnten dann Arbeit finden.”

E-Coach Laura stimmt ihm zu: “Auch aus Unternehmersicht macht es durchaus Sinn, Menschen mit Behinderung einzustellen. Die Unternehmer können sich dadurch in einem ganz anderen, in einem positiven Licht zeigen, als jemand, der seiner sozialen Verantwortung gerecht wird.”

Gillian, Marco, Patricia, Ivo, Bastiaan und Laura… sie alle haben etwas gemeinsam. Sie bekämpfen Jugendarbeitslosigkeit indem sie die Sozialpartner an ihre gesellschaftliche Verantwortung erinnern, massiv in Aus- und Weiterbildung investieren, in neue Techniken, Arbeitsmethoden und soziale Fähigkeiten. Ob das ein Rezept ist auch für andere EU-Staaten?

Das vollständige Interview (auf Englisch) mit dem Rotterdamer Sozialstadtrat Marco Florijn können Sie hier hören.
Bonus interview: Marco Florijn, Rotterdam City Social Affairs Councillor

Das vollständige Interview (auf Englisch) mit dem Amsterdamer Arbeitsrechtsexperten Wiemer Salverda (Amsterdam Institute for Advanced Labour Studies) können Sie hier hören.
Bonus interview: Wiemer Salverda