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Kampf um die GAP

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Kampf um die GAP

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Agrarsubventionen sind auch im EU-Haushaltsvorschlag für 2014 bis 2020 der größte Posten. Die Verhandlungen über eine Änderung der Gemeinsamen Agrarpolitik haben ein kritisches Stadium erreicht. Doch auch nach ihrer Verkleinerung würde die GAP noch 50 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Das ist mehr als ein Drittel des EU-Haushalts.

Agrarkommissar Dacian Ciolos steht unter dem Druck der Bauern, der Umweltschützer und Verbaucherverbände, der Mitgliedsstaaten und des Europaparlaments. Frankreich als größtem Nutznießer stehen die Länder im Osten gegenüber, die fragen, warum ihre Kühe und Äcker viel weniger Subventionen wert sind.

Wütende Steuerzahler wie “farmsubsidy.org” wollen die Zahlungen rabiat kürzen. Bauern und Verbraucher aus mehr als 20 EU-Ländern wandten sich bei einem Protestmarsch in Brüssel, dem Good Food March, gegen die GAP-Vorschläge.

In den Entwicklungsländern wird geklagt, dass ihre Bauern durch die europäischen und amerikanischen Agrarsubventionen mit billigen Nahrungsmitteln erdrückt werden. Ist ein Interessenausgleich möglich? Herr Ciolos steht von allen Seiten unter Druck.

Mit dieser Ausgabe von The Network sind verbunden

- hier im Europaparlament in Brüssel Roger Waite, Sprecher von Agrarkommissar Ciolos, – in London Lee Rotherham vom britischen Steuerzahlerverband TaxPayers’ Alliance, der die Abschaffung der GAP fordert. In einer Studie kommt der zu dem Schluss, dass die GAP jede Familie etwa 470 Euro pro Jahr kostet, – und in Berlin Ursula Hudson, Vorsitzende der Organisation Slow Food Deutschland und Vorstandsmitglied von Slow Food International. Slow Food fordert einen Umbau der europäischen Landwirtschaft in Richtung einer nachhaltigen Produktion in kleinen und mittelgroßen Betrieben.

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