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Ein "ungezogener Mann": Puccinis Bohème an der Met

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Ein "ungezogener Mann": Puccinis Bohème an der Met

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Puccinis La Bohème ist derzeit an der Metropolitan Opera in New York zu sehen, in der Inszenierung von Franco Zeffirelli. Das junge Liebespaar wird vom maltesischen Tenor Joseph Calleja und der lettischen Sopranistin Maija Kowalewska verkörpert.

Joseph Calleja: “Puccini war ein sehr ungezogener Mann, um es einmal freundlich auszudrücken. Für ihn ist die menschliche Seele wie eine Harfe. Und mit seiner Musik schafft er es, genau die richtige Saite zur richtigen Zeit zu zupfen.”

Maija Kowalewska: “Puccinis Musik geht direkt ins Herz, all das, was passiert, lässt niemanden kalt. Die Geschichte ist so bewegend und nachvollziehbar für unser Publikum. Das ist selbst bei Kindern so: Ich erinnere mich an eine Aufführung hier, nach der mir Kinder schrieben ‘ich war so traurig, als du gestorben bist, ich habe am Ende geweint’, das war schön, denn man spürt die Reaktionen bei all den Matinées, wenn Kinder da sind. Das ist einfach toll.”

Kowalewska: “Als ich anfing, diese Rolle zu singen, liebte ich den ersten Akt besonders. Ich liebte die gesamte Geschichte, wie sie sich trafen, wie wunderbar Puccini all diese romantischen Gefühle musikalisch umgesetzt hat, das Duett mit Rodolfo, und ich liebte natürlich den zweiten Akt. Jetzt, da ich älter werde, ergeben auch der dritte und vierte Akt mehr Sinn, ich bevorzuge sie nicht, aber ich verstehe sie vielleicht besser als zuvor.”

Calleja: “Ich denke, Rodolfo will nicht erwachsen werden. Wäre er erwachsen, wüsste er, dass Mimì krank ist, oder? Warum geht er also nicht hin und sucht sich einen anständigen Job? Ich bin da anders: Wenn Joseph Calleja Rodolfo wäre, gäbe es keinen vierten Akt, ich würde mich enorm anstrengen, um mir einen guten Arzt leisten zu können, und um für meine Frau zu sorgen.”