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Streit um Gender-Theorie in Frankreich

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Streit um Gender-Theorie in Frankreich

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Warum sind wir wie wir sind- die einen weiblich, die anderen männlich? Ist das allein biologisch begründet oder spielt dabei auch der kulturelle Einfluß, die Erziehung, eine Rolle? Die berühmteste Antwort auf Französisch gab Simone de Beauvoir 1949 in “Das andere Geschlecht”. Ihre These:” Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.” Nun gibt es seit 2011 für die 16jährigen Gymnasiasten, die in zwei Jahren ihr “bac”, das französische Abitur, machen wollen, neue Biologiebücher. Und in denen wird die “Gender-Theorie” erklärt. Jene aus den USA stammende Denkrichtung, die dem kulturellen Einfluß auf die Sexualität des Menschen einen wesentlich größeren Einfluß einräumt als die rein biologische Betrachtungsweise. Hängt damit etwa das zunehmende Fehlen bestimmter Schüler im Biologieunterricht zusammen? Es sollen, wie französische Medien berichten, vor allem Schüler muslimischen Glaubens einem entsprechenden Boykottaufruf in der Gegend von Straßburg folgen.
Religiös motivierte Konflikte sind an französischen Schulen keine Seltenheit. Das strikte Kopftuchverbot hat schon Gerichte beschäftigt. Nun ist zu hören, die neuerlichen Boykottaufrufe gegen bestimmte Lehrinhalte sollen aus der extrem-rechten Ecke kommen. Da werde unterstellt, Homosexuellenverbände würden die staatliche Schule mißbrauchen, um für ihre Lebensweise zu werden.