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Krump: Spring rein!

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Krump: Spring rein!

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Generation Y kam nach Lüttich, um die ersten Schritte von Krump zu lernen. Dieser urbane Tanz bringt die Stadt zum Beben.

Für Pierre Anganda war es ein langer Weg. Vor drei Jahren gründete er BBF 2.0, die erste und einzige Krump Gruppe in Lüttich. Für ihn ist diese Art des urbanen Tanzes sein Lebensinhalt, selbst wenn die Reaktionen der Umwelt oft etwas Befremdliches haben. Wie Pierre sagt, wirkt der Tanz für Außenstehende oft, als seinen dort Verrückte am Werk. Dies spiegelt für ihn jedoch nur den Umstand wieder, dass die Leute so etwas nicht gewohnt sind.

Die Gruppe der Tänzer, die man tagtäglich in der Bahnstation Gare de Palais antrifft, ist international gemischt. Sie haben ihr eigenes Erkennungszeichen sowie bestimmte Formen sich gegenseitig anzufeuern. Dies stiftet Einheit.

Krump erzeugt bei den Tänzern Gefühle von Freude bis zur Traurigkeit, mag der Tanz selbst auch aggressiv wirken. Und gleichzeitig kann man damit auch eine ganze Bandbreite von Gefühlen ausdrücken. Wenn dieses Milieu auch hauptsächlich von Jungen dominiert wird, so finden sich doch ebenso Mädchen, die sich komplizierte Situationen und Probleme von der Seele tanzen.

In diesem Jahr soll es aus dem Untergrund an die Öffentlichkeit gehen. BBF 2.0 wurde neben anderen Gruppen ausgewählt, um Belgien beim Festival für urbanen Tanz in Brüssel zu vertreten. Das Festival soll Ende März stattfinden und wird von dem Projekt 7steps der Europäischen Kommission unterstützt. Mit insgesamt sieben Partnern aus Europa will 7steps den Tanz in allen europäischen Ländern fördern. Hierbei ist die Gründung eines Netzwerks besonders wichtig, damit die Tänzer herumreisen können. London, Amsterdam, Kopenhagen oder Helsinki könnten als nächstes auf dem Programm stehen. Neben der Etablierung eines Netzwerks soll das Projekt 7steps diesen leidenschaftlichen Jugendlichen aber auch die Gelegenheit bieten, ihren Tanz im Austausch mit anderen weiterentwickeln zu können.

Für den französischen Choreoraphen Grichka, der die Jugendlichen begleitet, ist die Message von Krump ähnlich wie die des Hip Hop. Anstatt sich einer kriminellen Karriere hinzugeben sollten sich die jungen Menschen eher im Tanz ausdrücken.

Das Festival in Brüssel bietet nach Ansicht von Pierre Anganda die Möglichkeit sichtbar zu werden. Dies würde bereits als Sieg verbucht werden können. Damit würde klar, dass es Krump überall geben könnte, auch wenn es sich dabei um einen Straßentanz aus dem Untergrund handele. Selbst im Theater, so Pierre, könnte man sich Krump vorstellen.

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