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Bremst Huntbnb Airbnb aus?

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Bremst Huntbnb Airbnb aus?

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Mieter, die ihre Kasse durch Airbnb aufbessern wollen, müssen künftig aufpassen: Die Website Huntbnb bietet Eigentümern an, das unrechtmäßige Einstellen ihrer Immobilie auf der amerikanischen Mitwohn-Plattform zu überprüfen.

“Ist Ihre Immobilie auf Airbnb ohne Ihre Zustimmung?” heißt es auf der Huntbnb-Website, die von zwei Entwicklern aus San Francisco erstellt wurde. “Suchen Sie nicht weiter, geben Sie Ihre vollständige Adresse ein und wir erledigen die ganze Arbeit für Sie”, versprechen die Jäger unrechtmäßiger Angebote auf Airbnb. Folgt der Eigentümer der Aufforderung, bekommt er eine Liste von Airbnb-Anzeigen in einem 500-Meter-Radius seiner Immobilie.

Die Idee des Wohnungs-Sharing ist einfach, sinnvoll und hat sich rasch verbreitet: Wer seine Wohnung nicht braucht, weil er im Urlaub oder auf Dienstreise ist, stellt sein Heim gegen Geld Anderen zur Verfügung. Auf Vermietungsplattformen wie Airbnb, Wimdu oder 9flats werden Wohnungen, Häuser, aber auch Hausboote, Windmühlen oder Luxusjachten weltweit angeboten.

Doch jetzt scheint der Anfangsboom gestoppt zu werden: Bereits Anfang des Jahres urteilte der Bundesgerichtshof, dass Sharen keine erlaubte Untervermietung ist. Darauf hatten sich Mieter, die ihr Heim auf Sharing-Börsen angeboten haben, bisher berufen. Denn eine Untervermietung muss dem Eigentümer zwar angezeigt werden, der hat im Prinzip aber zuzustimmen. Für ein Verbot müssen besondere Gründe vorliegen.

Seit dem BGH-Urteil müssen Mieter die kurzfristige Vermietung an Urlauber eigens durch den Eigentümer genehmigen lassen. Anders als bei der Untervermietung muss der Besitzer der Wohnung diesem Wunsch nicht zustimmen und wird es in aller Regel auch nicht tun. Wird aber ohne Erlaubnis vermietet, droht dem Mieter die Kündigung wegen Zweckentfremdung der Mietsache.

Die Sharing-Portale werden mit den neuen Regeln ausgebremst. Einschränkungen drohen überall: In Frankreich wird an einem Gesetz gearbeitet, dass die Eigenvermarktung von Ferienwohnungen in einen engen Rahmen presst. Auch in Österreich hat ein Urteil des Obersten Gerichtshofs die Sharing-Praxis erschwert. In Deutschland wollen die Kommunen die lokale Bettensteuer bzw. die Kurtaxe auch von den privaten Vermietern eintreiben, professionelle Vermieter wollen eine Gleichstellung erreichen. Der Gaststätten- und Hotelverband dringt auf eine Einnahmenkontrolle durch die Finanzämter: Denn steuerfrei sind die Einnahmen lediglich, wenn damit keine Gewinnabsicht verbunden ist. Spannend bleibt, wie die offenen Fragen geregelt werden. Vielen Gelegenheits-Vermietern wird die wachsende Regulierung aber den Spaß an der Sache verderben.