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Kindern den Krieg erklären - "Akim rennt"

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Kindern den Krieg erklären - "Akim rennt"

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Kann man Kindern den Krieg erklären? Das versucht zumindest die Zeichnerin und Kinderbuchautorin Claude K. Dubois in ihrem Buch Akim rennt , das mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet worden ist.

Akim ist ein kleiner Junge, der im Krieg – in Syrien? – verloren geht. Er wird mit dem Strom von Flüchtlingen mitgerissen, eine Frau nimmt ihn an der Hand, Akim kommt in ein Flüchtlingslager und ganz am Ende findet er seine Mama wieder. Das beeindruckende an dem Bilderbuch sind die eindrucksvollen Zeichnungen von dem verlorenen kleinen Jungen. Akim rennt an vielen Toten vorbei.

Sollen Kinder so etwas sehen?

Als mein Sohn vier Jahre alt war, gab es den 11. September 2001. Darüber wurde auch in der Vorschule gesprochen, um die Bilder, die um die Welt gingen, verarbeiten zu helfen. Ein Kollege erzählte, er habe seinem Sohn den Irak-Krieg erklärt, da kämpften die Guten gegen die Bösen.

Bei Claude Dubois geht es nicht wirklich um die Guten und die Bösen. Es gibt eine Ärztin, die den Kindern im Flüchtlingslager Geschichten erzählt, es gibt den Verantwortlichen, der Akim zu seiner Mama zurückführt. Sie haben keine Namen, weil Akim ihre Namen wahrscheinlich nie verstanden hat.

“Akim rennt” ist ein sehr gefühlvolles Buch aus der Perspektive des kleinen Jungen. Pro Asyl und Amnesty International unterstützen es. Und solange tausende Kinder auf der Welt so etwas wie Akim erleben müssen, können wohl auch Kinder, denen es besser geht, ein solches Buch anschauen.

Es gibt nur wenig Text im Buch “Akim rennt”, das auf Deutsch für Kinder ab 6 Jahren angeboten wird. Der französische Verlag schreibt, es sei für 7- bis 12-Jährige.

Tag für Tag berichten wir in der Nachrichtenredaktion vom Krieg, von den Toten, oft auch von den Flüchtlingen. Den Krieg wirklich verstehen oder erklären, das können auch die Journalisten und die anderen Erwachsenen nicht.