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Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker: "Airbus wollte ein Flugzeug bauen, das der 787 technisch überlegen ist"

Airbus hat mit der Auslieferung seines jüngsten Großraumflugzeugs A350 begonnen. In einer feierlichen Zeremonie übernahm Qatar Airways in Toulouse

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Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker: "Airbus wollte ein Flugzeug bauen, das der 787 technisch überlegen ist"

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Airbus hat mit der Auslieferung seines jüngsten Großraumflugzeugs A350 begonnen. In einer feierlichen Zeremonie übernahm Qatar Airways in Toulouse das erste Exemplar des neuen Langstreckenflugzeugs des europäischen Flugzeugbauers. Die zweistrahlige Maschine gilt als wirtschaftlicher Hoffnungsträger. Den ersten kommerziellen Flug soll die A350 am 15. Januar von Doha nach Frankfurt absolvieren, kündigte Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker an.

In der A350-900 genannten Standardversion können bis zu 315 Passagiere über eine Distanz von 14.500 Kilometern reisen. Geplant ist auch eine Langversion für 369 Passagiere, deren Erstauslieferung für das Jahr 2017 angesetzt ist. Die A350-Jets werden am Firmensitz in Toulouse im Südwesten Frankreichs zusammengebaut. Teile von Rumpf, Leitwerken, Tragflächen oder Landeklappen kommen aus den deutschen Airbus-Werken in Hamburg, Stade und Bremen. Der A 350 ist die Antwort auf den “Dreamliner” 787 und vor allem auf die 777 des US-Konkurrenten Boeing.

Für euronews sprach Joanna Gill mit Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker.

Joanna Gill, euronews: “Mir ist nun Qatar-Airways-Geschäftsführer Akbar Al Baker in Toulouse zugeschaltet. Der Airbus wurde mit 18 Monaten Verspätung ausgeliefert. War das ein Problem?”

Akbar Al Baker: “Nein, das hat uns keine Sorgen bereitet. Wir waren zufrieden mit der Zeit, die wir bis zur ersten Lieferung hatten. Airbus hatte die Verpflichtung, im letzten Quartal 2014 zu liefern.”

euronews: “Sie sagten, dass die Qatar Airways für ihre regionale Ausbreitung und auf der Langstrecke ein Flugzeug brauchte, das sowohl Kundenkomfort als auch vorwärtsgewandte Technologie biete. Wie hat Airbus sie überzeugt?”

Akbar Al Baker: “Unsere Fluglinie hat vor mehr als sieben Jahren die die erste Bestellung von 80 Flugzeugen aufgegeben. Darauf baute dann das Programm auf.”

euronews: “Was hatte Airbus Boeing voraus?”

Akbar Al Baker: “Behalten sie im Sinn, dass dieses Flugzeug nach der 787 lanciert wurde. Es war Airbus’ Vision, ein Flugzeug zu bauen, das der 787 technisch überlegen war.”

euronews: “Wie wird die neue Maschine den Bedürfnissen der Kunden gerecht?”

Akbar Al Baker: “Sie wissen, dass die Kunden immer einen Sitz wollen, ein gutes Essen, und sie wollen pünktlich von A nach B kommen. Die Kunden gehen nicht ins Detail, aber sie können sicher sein, dass sie bei Qatar Airways ein Produkt bekommen, dass über denen der Wettbewerber liegt.”

euronews: “In dem Fall über Boeing?”

Akbar Al Baker: “Behalten Sie im Sinn, dass vier Jahre nach der ersten Asuslieferung der 787 geliefert wurde. Das ist mit technischen Vorteilen verbunden, die in den vergangenen vier Jahren entwickelt wurden.”

euronews: “Airbus beansprucht 25 Prozent Treibstoffersparnis. Ist das eine Kosten-effektive Anschaffung?”

Akbar Al Baker: “Wenn man bedenkt, dass der Treibstoff der höchste Kostenfaktor beim Betrieb einer Fluglinie ist, dann ist klar, dass ein Treibstoff-sparendes Flugzeug besser für eine Fluglinie und ihre Profitabilität ist.”

euronews: “Viele Gewinnvorhersagen sind wegen des fallenden Ölpreises nach oben gegangen. Wie betrifft Sie das?”

Akbar Al Baker: “Wie die anderen Fluglinien werden auch wir wegen der niedrigen Ölpreise mehr Gewinn als in der Vergangenheit machen.”