Eilmeldung

Eilmeldung

Auch toll....wie Wham! China unsicher machte und Portugal an Plastiktüten verdient

Britische Medien erinnern sich an den Auftritt von Wham! in China vor 20 Jahren, Portugal will seine Bürger erziehen und Russland will McDonald's Konkurrenz machen.

Sie lesen gerade:

Auch toll....wie Wham! China unsicher machte und Portugal an Plastiktüten verdient

Schriftgrösse Aa Aa

China: Wie Wham! als Botschafter des Westens in der Volksrepublik für Verwirrung sorgten

18 Monate hat es gedauert, bis das Management von “Wham!” die chinesischen Behörden überzeugt hatte, dass das Duo in dem Land spielen darf. Schließlich gab “Wham!” 1985 zwei Konzerte in Peking und Guangzhou und war damit die erste westliche Band, die in China spielen durfte, so die BBC. Für das Publikum war das eine besondere Erfahrung, wie Zeitzeugen dem britischen Rundfunk und dem Guardian berichteten: “Weder die Chinesen noch Wham! wussten, wie sie sich in einer Situation verhalten sollten, mit der sie absolut keine Erfahrung hatten”, zitiert der Guardian einen damaligen Mitarbeiter der britischen Botschaft. George Michael versuchte, die Zuschauerinnen und Zuschauer zur Musik von “Club Tropicana” zum Mitklatschen zu animieren – diese dachten, er wolle Beifall und applaudierten höflich, heißt es weiter. Nur wenige, sehr mutige Chinesinnen und Chinesen tanzten.

“Die Bandmitglieder hatten langes, lockiges Haar. Sie waren anders angezogen. Ich dachte, ihre Musik muss sehr anders klingen, weil sie ganz anders aussahen, als alles, was ich zuvor gesehen hatte”, sagte ein Zeitzeuge, der damals ein Teenager war, der BBC. Besucht hat er das Konzert nicht, er traute sich nicht, seine Eltern um Geld zu bitten. “Die strenge Atmosphäre” sei Schuld gewesen – trotzdem: Das Konzert im China nach Mao gilt vielen als einer der prägendsten Momente in einer Zeit, in der sich das Land dem Westen zunehmend öffnete.

“McRussian’s”: 700 Millionen Staatskredit für russische Fast-Food-Kette

Eine Idee, die Putin gefällt: Die bekannten russischen Regisseure Nikita Michalkow und Andrei Michalkow-Kontschalowski haben den Präsidenten um Unterstützung für den Aufbau einer Fast-Food-Kette mit heimischen Produkten gebeten. “Ziel des vorliegenden Projekts ist es, zur Importverdrängung und Schaffung einer Alternative zu westlichen Fastfoodketten beizutragen”, heißt es in dem Förderantrag. Kosten: 700 Millionen Rubel, umgerechnet 12,8 Millionen Euro. Laut der russischen Tageszeitung Kommersant bekamen die Brüder den Kredit. Benannt werden sollen die Restaurants nach der Kochshow der Frau von Michalkow-Kontschalowski: “Lass uns zuhause essen.” Die Regisseure gehen davon aus, dass sie mit dem Projekt nach fünf Jahren schwarze Zahlen schreiben.

Steuer auf Plastiktüten: Portugal nimmt 1,6 Millionen ein

466 Einwegtüten pro Jahr: So viel verbrauchte jeder Portugiese und jede Portugiesin bisher. Damit ist Portugal Spitzenreiter im Plastitktütenkonsum. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 76. Doch das könnte sich ändern: Seit Februar zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher in Portugal Steuern auf die Tüten. 10 Cent kostet ein Plastiktäschchen seit dem. Damit soll der Staat bisher 1,6 Millionen Euro eingenommen haben. Die Regierung schätzt, dass sie über das ganze Jahr etwa 45 Millionen Euro einnehmen wird. Der Pro-Kopf-Verbrauch soll drastisch reduziert werden. Auch die EU hatte dem Plastiktütenverbrauch vor wenigen Wochen den Kampf angesagt.

http://www.publico.pt/economia/noticia/estado-encaixa-16-milhoes-no-arranque-da-taxa-sobre-os-sacos-de-plastico-1691667

Ungarn: Rom protestiert mit Umarmungen gegen Rassismus

In Ungarn hat ein Rom auf ungewöhnliche Art und Weise gegen Diskriminierung protestiert. Nach dem Motto “Hug me if you trust me” (umarme mich, wenn du mir traust) stellte er sich mit verbundenen Augen ins Zentrum von Budapest, neben ihm ein Schild, auf dem stand: “Ich bin ein Zigeuner. Viele von Ihnen denken, dass ich kriminell bin. Ich vertraue Ihnen. Wenn Sie mir vertrauen, umarmen Sie mich!” Nicht wenige trauten sich:

Innerhalb einer Stunde umarmten ihn zwanzig Menschen. Die Idee stammt aus Kanada, dort hat ein Muslim dieselbe Methode angewendet.