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Babyraub durch argentinische Militätdiktatur: Vermeintliche Enkelin doch nicht verwandt

Es war eine schöne Geschichte: Die Nachricht von der Wiedervereinigung einer Großmutter in Argentinien mit ihrer währen der Militärdiktatur geraubten

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Babyraub durch argentinische Militätdiktatur: Vermeintliche Enkelin doch nicht verwandt

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Es war eine schöne Geschichte: Die Nachricht von der Wiedervereinigung einer Großmutter in Argentinien mit ihrer währen der Militärdiktatur geraubten Enkelin ging in den vergangenen Tagen um die Welt. Jetzt stellt sich heraus, dass die junge Frau, die die Großmutter zuletzt in die Arme geschlossen hatte, doch nicht verwandt ist.

Der Anwalt der 92-jährigen María Isabel Chorobik de Mariani teilte nun mit, die vermeintliche Enkelin habe vom negativen Ergebnis eines offiziellen DNS-Labors im Juni gewusst und sich trotzdem vorgestellt. Die 39-Jährige legte dabei ein eigenes Testergebnis eines Privatlabors vor, das ein verwandtschaftliche Beziehung bestätigte. Ein zweiter, offizieller Test der für solche Zusammenführungen zuständigen Behörde fiel jetzt allerdings wieder negativ aus. Die Familie plant nun eine Pressekonferenz vor, um mehr Licht in die Sache zu bringen.

Schätzungen zufolge wurden während der argentinischen Diktatur zwischen 1976 und 1983 etwa 500 Babys geraubt und regimetreuen Familien zur Adoption übergeben, während die leiblichen Eltern getötet oder inhaftiert wurden.

Mariani ist eine der Gründerinnen der Menschenrechtsgruppe “Großmütter der Plaza de Mayo”, die die Aufklärung der Fälle betrieb. Inzwischen hat sie dazu eine weitere Gruppe namens “Mariani” gegründet. Nur 119 der damals geraubten Babys gelten heute als identifiziert.