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Erdogan macht ernst: Drei Unterzeichner von pro-kurdischer Petition verhaftet

In der Türkei sind drei Akademiker wegen ihrer Unterzeichnung der Petition der “Akademiker für den Frieden” verhaftet worden. Das berichten türkische

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Erdogan macht ernst: Drei Unterzeichner von pro-kurdischer Petition verhaftet

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In der Türkei sind drei Akademiker wegen ihrer Unterzeichnung der Petition der “Akademiker für den Frieden” verhaftet worden. Das berichten türkische Medien. Die im Januar gestartete Petition fordert unter dem Titel We will not be part of this crime ein Ende des Militäreinsatzes und des “Massakers” an den Kurden in den Städten Sur, Silvan, Nusaybin, Cizre, und Silopi.

Laut der Agentur Dogan handelt es sich um die Universitätsprofessoren Esra Munger und Muzaffer Kaya und die Uni-Lehrkraft Kivanc Ersoy, deren Inhaftierung ein Gericht in Istanbul angeordnet haben soll.

Wegen terroristischer Propaganda drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft.

Offenbar nur in Istanbul befragt und dann wieder freigelassen, wurde der britische Informatiker Chris Stephenson, der Flugblatter zum kurdischen Neujahrsfest verteilt haben soll.

Erst am Montagabend hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede gewarnt, es bestehe kein Unterschied zwischen denen, die Waffen und Bomben tragen und denen, die Anschläge etwa durch ihre Arbeit ermöglichten, auch Abgeordnete, Akademiker, Schriftsteller, Journalisten oder Chefs von Nichtregierungsorganisationen könnten Terroristen sein.

Schon im Januar waren 14 Akademiker festgenommen worden.

Übrigens hatte auch der US-Intellektuelle Noam Chomsky die Petition für das Ende der Gewalt gegen die Kurden unterschrieben und damit die Wut von Präsident Erdogan auf sich gezogen. In einer E-Mail an den britischen Guardian schlug Chomsky eine Einladung des Präsidenten in die Türkei aus. Noam Chomsky beschuldigt Erdogan in Bezug auf die IS-Terroristen ein doppeltes Spiel zu betreiben und diese sowie die islamistische Al-Nusra-Front indirekt zu unterstützen.