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Goldene Zukunft: Burkina Faso setzt auf seine Goldminen

Die Regierung hofft auf ausländische Investoren - auch, um Wildwuchs einzudämmen...

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Goldene Zukunft: Burkina Faso setzt auf seine Goldminen

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Gold, Mangan, Phosphate – der Boden von Burkina Faso in Westafrika steckt voller Reichtümer. Der Bergbau wird zu einem Schlüsselsektor der Wirtschaft des Landes. Die Regierung möchte nach Jahren der Langzeitherrschaft und politischer Instabilität diesen Reichtum möglichst vielen zugute kommen lassen.

Die Goldmine von Bagassi (auch Yaramoko genannt) in Burkina Faso ist eine der großen acht Goldminen des Landes und wird vom kanadischen Konzern Roxgold bewirtschaftet. Ein Vorzeigebetrieb im Vergleich zu vielen anderen Minen hier.

Gold ist zum Hauptexportprodukt Burkina Fasos geworden. Für die neue Regierung ist der Sektor von strategischer Bedeutung. Ministerpräsident Paul Kaba Thieba: “Der Sektor muss wettbewerbsfähig sein, die bergbaurechtlichen Vorschriften müssen attraktiv sein. Die Infrastruktur für Strom, Wasser und Straßen muss stimmen, das Geschäftsumfeld generell muss vorteilhaft sein. Daran arbeitet meine Regierung.”



Goldgiganten, kleingewerblicher Wildwuchs, Kinderarbeit


Außer dem Gold hat Burkina Faso weitere Bodenschätze: Mangan, Zink, Phosphate… Eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung in einem der ärmsten Länder der Welt. Während die acht großen Minen den Hauptumsatz machen, arbeiten jedoch viele Burkiner in kleingewerblichen Minen unter abenteuerlichen Bedingungen. Kinderarbeit ist verbreitet.



Ein parlamentarischer Untersuchungsbericht vom September nennt eine lange Reihe von Problemen im Bergbausektor – ob Spekulation mit den Schürflizenzen, Missbrauch staatlicher Vergünstigungen, Schädigung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen, Umweltverschmutzung usw.



Nach Jahren der Langzeitherrschaft und einer instabilen Übergangszeit will die neue, demokratisch gewählte Regierung im Bergbau bis zu 17.000 Stellen schaffen. Dafür werden Fachkräfte gebraucht. Moumouni Séré, der in den USA studierte, hat die Chance genutzt und in der Hauptstadt ein Ausbildungszentrum eröffnet: “Bisher wurden die qualifizierten Stellen mit Ausländern oder im Ausland Ausgebildeten besetzt, denn wir selbst haben nicht das nötige Fachwissen im Land. Wir müssen die Leute ausbilden. Wenn sie die Qualifikation haben, müssten sie normalerweise auch Zugang zu den Stellen im Bergbau bekommen.”


Reichtum besser verteilen


Der Reichtum an Bodenschätzen soll besser verteilt werden. Wirtschaftsministerin Hadizatou Rosine Sori-Coulibaly: “Unsere Philosophie ist: Da der Bergbau ein erfolgversprechender Sektor für Burkina Fasos Wirtschaft ist, soll auch die Bevölkerung davon Nutzen haben. Deshalb versuchen wir, im Interesse derer zu arbeiten, die im Bergbau tätig sind, und auch im Interesse der örtlichen Bevölkerung.”

In den Dörfern am Rande der Mine blüht der örtliche Handel seit Ankunft des Bergbaukonzerns Roxgold. Die Jugendlichen finden Jobs als Wächter und Fahrer. Die Bauern verkaufen Obst und Gemüse – und Madame Makoura bietet selbstgemachte Fertiggerichte an: “Früher habe ich wenig im Dorf verkauft. Jetzt verkaufe ich viel!” Auf die Frage, ob sie ein bisschen reich oder sehr reich geworden sei, lacht sie: “Ein bisschen!”

Damit alle “ein bisschen reicher” werden und die kleingewerblichen Minen sowie der Schwarzmarkt in den Hintergrund gedrängt werden, hat die Regierung einen Entwicklungsplan aufgestellt, mit acht Prozent Wachstum jährlich bis 2020 als Ziel – und hofft auf ausländische Investoren.


Unterstützt von www.conferenceburkina2016.gov.bf