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Päpstliche Kommission gegen sexuellen Missbrauch in der Krise


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Päpstliche Kommission gegen sexuellen Missbrauch in der Krise

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Eine 2014 von Papst Franziskus eingerichtete Kommission zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche ist in der Krise. Die irische Betroffene Marie Collins wirft Kirchenoberen vor, Reformbestrebungen zu blockieren und zieht sich deshalb aus der Kommission für den Schutz von Minderjährigen zurück.

Die Kommission kämpft seit ihrer Schaffung auch mit internen Konflikten und komme kaum voran, so Collins: “Es gibt immer noch Männer im Herzen der Kirche, in der Kurie in Rom, in der Kirchenverwaltung, die anderen Bedenken mehr Gewicht einräumen als der Zusammenarbeit mit der Kommission und dem Schutz von Minderjährigen.”

Collins und ebenfalls beteiligter britischer Betroffener hatten schon 2015 gefordert, hohe Geistliche für Vertuschungsaktionen oder mangelnde Intervention stärker zur Verantwortung zu ziehen. Der britische Betroffene zog sich bereits im vergangenen Jahr aus der Kommission zurück. Nun zog auch Collins die Konsequenzen.

“In der Kommission, die den Auftrag hat, über sexuellen Missbrauch durch Geistliche zu sprechen, ist jetzt niemand, der oder die selbst Opfer von sexuellem Missbrauch wurde”, so der Joshua McElwee, Vatikan-Korrespondent für die US-Publikation National Catholic Reporter. “Mehrere Personen haben bereits angedeutet, dass eine Kommission ohne die Beteiligung von Betroffenen nicht glaubwürdig über sexuellen Missbrauch sprechen kann.”

Collins kritisiert auch den Papst: Franziskus sei zwar nicht für die Widerstände der mächtigen Kurie verantwortlich und arbeite in die richtige Richtung, zeige bisher aber zu viel Nachsichtigkeit mit geständigen Tätern, sagte Collins.

Der weltweite Missbrauchsskandal kam 2001 mit Berichten aus Boston ins Rollen. Übergriffige Geistliche waren auch dort nicht den Behörden gemeldet sondern lediglich von Gemeinde zu Gemeinde abgeschoben worden.

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