Eilmeldung

Sie lesen gerade:

(In)diskreter Charme des Kapitalismus - Xi Jinping bei Donald Trump in Palm Beach


USA

(In)diskreter Charme des Kapitalismus - Xi Jinping bei Donald Trump in Palm Beach

ALL VIEWS

Tap to find out

Erster Erfolg für Donald Trump beim ersten Spitzentreffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping: Er hat ihn in sein Wochenenddomizil Mar-a-Lago in Palm Beach gelotst. In einer entspannten Atmosphäre hofft der amerikanische Präsident, das Eis mit Xi zu brechen und zu den Themen vorzudringen, die nerven.

RAKETENBERDROHUNG NORDKOREA

Zum Beispiel die Handelsstreitigkeiten der beiden größten Wirtschaftsnationen. Aber zuerst zu den Spannungen mit Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketenprogramm.

Pjöngjang hat gerade eine weitere ballistische Rakete abgefeuert, nach einen Atomtest im September, der neue internationale Sanktionen gegen das Regime von Kim Jong-Un nach sich zog. In den Augen der Vereinigten Staaten ist China die wichtigste wirtschaftliche und diplomatische Stütze seines Nachbarn.

Am 17. März tweetete @realDonaldTrump: “Nordkorea benimmt sich sehr schlecht. Es spielt seit Jahren mit den USA herum. China hat wenig getan, um zu helfen!”

Die Amerikaner wollen, dass Peking Sanktionen und Resolutionen der Vereinten Nationen anwendet, weil 90% der Exporte Nordkoreas nach China gehen. Aber China ist gegen Sanktionen, die die nordkoreanische Bevölkerung treffen würden, und versichert, die Kohleimporte ausgesetzt zu haben, eine wichtige Devisenquelle für Pjöngjang. Chinas Befürchtung: Bei einem Kollaps des Nachbarn könnten Flüchtlinge nach China strömen.

RAKETENSCHILD IN SÜDKOREA

China seinerseits ist scharf gegen den Raketenschild „THAAD“ (Terminal High Altitude Area Defense missile system), dessen Installation die Amerikaner in Südkorea begonnen haben. Peking hält ihn für eine Bedrohung vor seiner Haustür, der seine Abschreckungskräfte unterminiert. Laut Trump ist es eine Maßnahme, um Pjöngjang zu entmutigen und um Seoul gegen die Raketenbedrohung zu verteidigen.

SÜDCHINESISCHES MEER

China beansprucht die strategische Zone “südchinesisches Meer” fast gänzlich, kleine Inseln und Riffe werden künstlich vergrößert, einige könnten mit Waffen bestückt werden. Die Regierung Trump hat das kritisiert, ohne aber eine klare Politik in der Region zu formulieren, in die die Obama-Regierung Kriegsschiffe und Flugzeuge geschickt hatte, im Namen der Verteidigung der Freiheit der Seefahrt.

UNGLEICHGEWICHT IM BILATERALEN HANDEL

Während des Wahlkampfs hatte Donald Trump China die Unterbewertung seiner Währung vorgeworfen, um den Export zu fördern und Peking mit bis zu 45 Prozent Strafzöllen gedroht, wenn es den Vereinigten Staaten nicht den Zugang zu seinem Markt erleichtert. Ein solcher Konflikt kenne keine Gewinner, warnte Xi. In einem Leitartikel des von Peking kontrollierten Parteiblatts “Global Times” hieß es: Sollte es Strafzölle geben, werde es zu einer Reaktion nach dem Motto “Auge um Auge, Zahn um Zahn” kommen.

Auf Twitter nannte Trump das Handelsdefizit mit China- 347 Milliarden Dollar (325 Milliarden Euro) – ein ernstes Problem, das Gespräche mit Xi Jinping „sehr schwierig“ mache. Chinas Wirtschaftskraft liegt inzwischen bei über elf Billionen Dollar pro Jahr, fast zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts der USA – bei hohen Wachstumsraten.

Peking will weniger US-Exportkontrollen bei High-Tech-Produkten. Und: Die Bank of China habe in den letzten zwei Jahre 1 Billion Dollar ausgegeben, (zwölf Nullen, 937 Milliarden Euro), um den Yuan zu stützen. Das Land sitzt auf 3 Billionen Dollar (Stand Ende Februar) – nach wie vor die größten Devisenreserven der Welt.

Twitter-Sarkasmus:

su mit dpa

ALL VIEWS

Tap to find out

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Ungarn

Ungarn: Flüchtlingslager oder Gefängnis?