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1636 Bewerber wollen an Irans Präsidentschaftswahl teilnehmen

Vor der Wahl im Iran muss der Wächterrat über die Kandidaten entscheiden.

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1636 Bewerber wollen an Irans Präsidentschaftswahl teilnehmen

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Im Iran haben sich Hunderte Bewerber für die Präsidentschaftswahl registrieren lassen. Bis zum 15. April meldeten sich innerhalb von wenigen Tagen 1636 Interessierte an. Nun ist es am Wächterrat, über ihre Zulassung zu entscheiden.

Reformisten

Auch Präsident Hassan Ruhani ließ sich registrieren. Die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten gilt aber nicht als sicher. Der einflussreiche Klerus ist von seinem pro-westlichen – und nicht ausreichend islamisch geprägten – Kurs nicht begeistert. Sein umstrittenes Atomabkommen will Ruhani nicht antasten.

“Für die Iraner ist es eins der wichtigsten Abkommen auf wirtschaftlicher und politischer Ebene. Die Gegner, die das Abkommen vom Tisch fegen wollen, wären keine qualifizierten Führer für unser Land,” warnte Ruhani.

Fundamenatlisten

Im Gegensatz zu den Reformisten ist das Lager der Fundamentalisten gespalten. Der Klerus und der erzkonservative Flügel schicken Ebrahim Raeissi als Spitzenkandiaten ins Rennen. Er gilt als einer von Ruhanis Hauptrivalen. In Raeissis erster Rede ging es jedoch nicht um den Atomdeal, sondern die Lebensverhältnisse im Iran: “Die Menschen wollen arbeiten. Sie sind besorgt, wenn es um den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und ihren Wohlstand geht,” kritisierte Raeissi.

Der Bürgermeister von Teheran und Ruhanis früherer Kontrahent Mohammad Bagher Ghalibaf kandidiert ebenso wie der frühere Präsident und Hardliner Mahmud Achmadinedschad. Der Schritt kommt überraschend, hatte dieser zuvor gesagt, er folge dem Rat des Obersten Religionsführers und werde nicht erneut kandidieren. Aus diesem Grund könnte der Wächterrat seine Bewerbung ablehnen.

euronews- Korrespondent Javad Montazeri:
“Die Präsidentschaftswahl ist eine erneute Konfrontation zwischen zwei politischen Bewegungen im Iran: den Reformisten und den Fundamentalisten. Die registrierten Bewerber müssen nun vom Wächterrat zugelassen werden. In der Vergangenheit hatte dieser bereits einige bekannte politische Führer abgelehnt, die daraufhin nicht teilnehmen konnten.”