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Venezuela: Bus-TV informiert Fahrgäste über Proteste

Eine Gruppe Künstler und Journalisten hat in Venezuela das Projekt Bus TV gestartet, um Fahrgäste über die Proteste zu informieren.

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Venezuela: Bus-TV informiert Fahrgäste über Proteste

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Eine Gruppe Künstler und Journalisten hat in Venezuela das Projekt Bus TV gestartet. Mit einem Papp-Bildschirm ausgestattet steigen sie in Busse, um die Fahrgäste über die Hintergründe der Anti-Regierungsproteste im Land aufklären.

Die Idee zu Bus TV hatte die Künstlerin Claudia Lizardo. Ihr sei aufgefallen, dass viele gar nicht genau wüssten, warum die Menschen auf die Straße gehen.

Lizardo: “Die Leute schätzen das wegen der Nachrichtensperre, die schon vor langem von der Regierung erlassen wurde. Wir glauben, die Menschen haben das Interesse an Nachrichten verloren, oder vielleicht ist es für sie einfach nicht mehr möglich, echte Informationen auf einem einfachen Weg zu erhalten.”


Die Redaktion besteht derzeit aus fünf Personen. Zweimal die Woche steigen sie in Busse und lesen ihre Nachrichten vor. Man sei nicht an einem Dialog mit der Regierung interessiert, arbeite rein informativ, sagen sie. Inzwischen gibt es Bus TV bereits an verschiedenen Orten im Land. Bei vielen Buspassagieren kommt das Projekt gut an.

Eine Frau meinte: “Ich denke, das ist toll, denn es ist eine Möglichkeit, um den Menschen die Augen zu öffnen. Viele schauen nicht hin. Ich persönlich verstehe die Lage in Venezuela. Aber viele glauben immer noch, das hier sei ein Wunderland. Dabei ist das wirklich nicht der Fall.”

Medienberichten zufolge hat rund die Hälfte der Venezolaner keinen Zugang zu sozialen Netzwerken. Die meisten traditionellen Medien in Venezuela gelten als regierungsnah. In den vergangenen Jahren wurden laut einer Studie von IPYS mehr als hundert Rundfunkstationen im Land geschlossen oder zensiert.