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Olympia: Paris 2024, Los Angeles 2028

Die IOC-Vollversammlung segnete die schon zuvor getroffene Entscheidung ab.

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Olympia: Paris 2024, Los Angeles 2028

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Jetzt ist es offiziell: Paris trägt die Olympischen Sommerspiele 2024 aus, vier Jahre später findet die größte Sportveranstaltung der Welt in Los Angeles statt.

Über diese Doppelvergabe war bereits Ende Juli Einigung erzielt worden, doch formell musste die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees in Lima noch über die Austragungsorte abstimmen. Ursprünglich hatten sich beide Städte für die Spiele in sieben Jahren beworben, ehe Los Angeles verzichtete und sich bereit erklärte, auf 2028 auszuweichen. Der IOC-Vorsitzende Thomas Bach sprach angesichts der Doppelvergabe von einer “goldenen Gelegenheit”.

In ihren Bewerbungen setzten sowohl Paris als auch LA nicht nur auf die lange Sportgeschichte der beiden Standorte, sondern auch auf die bereits vorhandenen Wettkampfstätten, sodass nur relativ wenige neue Hallen und Stadien gebaut werden müssen.

Hamburg, Budapest, Boston und Rom stiegen im Laufe der Bewerbungsphase aus. In Hamburg entschied sich die Bevölkerung in einer Volksabstimmung mehrheitlich gegen Olympia.

Die Pariser Bewerbung für 2024 zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass eine Reihe von Weltklassesportlern aktiv am Konzept mitgearbeitet haben, darunter Judo-Olympiasieger Teddy Riner und Marie-Amélie Le Fur, Paralympicssiegerin im Sprint und im Weitsprung. Und auch Tony Estanguet, Vorsitzender des Bewerbungsausschusses, ist mit drei Goldmedaillien im Kanuslalom ein erfolgreicher Olympionike.

Einige der Wettkämpfe sollen in beziehungsweise an bekannten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt ausgetragen werden: Beach-Volleyball auf dem Marsfeld vor dem Eiffelturm, die Reitwettkämpfe im Schlosspark von Versaille, Fechten und Taekwondo sollen im Grand Palais stattfinden, vor Les Invalides werden die Bogenschützen ihre Olympiasieger küren. Die Radsportwettbewerbe sind teils auf der Prachtstraße Champs-Elysees zu sehen. Das Stade de France, das zur Fußball-WM 1998 gebaut wurde, und in dem unter anderem Fußball- und Rugbyländerspiele ausgetragen werden, soll Olympiastadion werden. Im vergangenen Jahr wurde das Stadion auch während der Fußball-EM genutzt. Die Schwimmhalle soll eine der wenigen großen Wettkampfstätten sein, die in Paris neu errichtet werden sollen, sie wird in der Nähe des Stade de France gebaut.


Natürlich sticht bei Paris auch die historische und symbolische Komponente: 1900 und 1924 war Paris bereits Gastgeber der Sommerspiele, somit wird das dritte Mal exakt einhundert Jahre nach dem zweiten stattfinden. Und nicht zu vergessen: Pierre de Coubertin, der Begründer der neuzeitlichen Olympischen Bewegung, wurde in Paris geboren. Dreimal versuchte Paris in den vergangenen Jahrzehnten, sich die Gastgeberschaft für die Sommerspiele zu sichern, scheiterte aber mit seinen Bewerbungen für die Spiele 2012, 2008 und 1992 jeweils.

Laut Kostenplanung soll Olympia 2024 6,2 Milliarden Euro kosten. Los Angeles hat für 2028 umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro veranschlagt.

LA verspricht unter dem Motto “Folge der Sonne” Spiele der kurzen Weg, alle Wettkampfstätten sollen in höchstens 40 Minuten Fahrtzeit erreichbar sein. Viele Sportstätten, die während der Spiele genutzt werden sollen, stehen bereits und müssen teils nur renoviert oder umgebaut werden. Einige Stätten wie die Tennisanlagen oder das Schwimmstadion befinden sich auf dem Gelände der Universität UCLA, dort soll auch das Olympische Dorf stehen – wie schon 1984. Das Los Angeles Memorial Coliseum wurde bereits 1932 und 1984 genutzt, das soll 2028 nicht anders sein: Die Leichtathletik-Wettbewerbe werden dort ausgetragen und ebenso die Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten.