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Russland-Affäre: Kushner im Visier

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Russland-Affäre: Kushner im Visier

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In der Affäre um Russland-Kontakte der Trump-Regierung gerät auch die Familie des US-Präsidenten ins Blickfeld. Wie verschiedene US-Medien unter Berufung auf nicht näher genannten Quellen berichten, soll der ehemalige Topberater des Präsidenten, Michael Flynn, bei Treffen mit dem russischen Botschafter in den USA auf Anweisung von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner gehandelt haben. Dieser habe Flynn angewiesen, unter anderem den russischen Diplomaten noch vor dem Amtsantritt Trumps zur Ablehnung einer israelkritischen Resolution im UN-Sicherheitsrat zu bewegen. Flynn hatte sich am Freitag vor Gericht schuldig bekannt, über seine Russland-Kontakte gelogen zu haben.

Für den demokratischen Senator Mark Warner wird die Situation damit immer brenzliger. Flynn sei ein weiteres Beispiel dafür, wie eng die Beziehung zwischen Trump-Vertrauten und Russland sei, so Warner. "Wer muss noch wegen Russlandverbindungen vor Gericht gebracht werden, bevor wir anfangen, eins und eins zusammenzuzählen?"

Rechtsprofessorin Mariam Baer von der Brooklyn Law School geht davon aus, dass Flynn mit seinen Aussagen vor Gericht noch weitere Angehörige der Trump-Regierung beschuldigen könnte. Darauf weise die Anklageschrift gegen den Ex-Berater hin, wonach dieser offensichtlich mit mehreren Regierungsmitgliedern über die Inhalte seiner Gespräche mit russischen Offiziellen gesprochen habe.

Trump selbst äußerte sich bisher nicht zu den Veröffentlichungen über seinen Schwiegersohn. Das Weiße Haus ließ erklären, Flynn habe für sich selbst gehandelt, keine weiteren Personen seien von den Verwicklungen betroffen. Die Ermittlungen gegen ehemalige Vertraute des Präsidenten sollen Aufklärung über eine mögliche Wahlbeeinflussung durch Russland in Zusammenarbeit mit dem Trump-Lager bringen.