Eilmeldung

Eilmeldung

Beirut: Video sorgt für gewaltsame Proteste

Sie lesen gerade:

Beirut: Video sorgt für gewaltsame Proteste

Beirut: Video sorgt für gewaltsame Proteste
Schriftgrösse Aa Aa

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es zu gewalttätigen Protesten gekommen. Anhänger der schiitischen Amal-Bewegung tragen ihre Wut auf Außenminister Gibran Bassil auf die Straße.

Stein des Anstoßes ist ein Video, das am Sonntagabend erst im Internet und dann auch vom libanesischen Fernsehen verbreitet wurde. Darin nennt der Außenminister Parlamentspräsident Nabih Berri einen „Schurken“ – und wirft ihm Machtmissbrauch vor.

Der beliebte Parlamentspräsident Berri ist auch Chef der schiitischen Amal-Partei samt ihrer Miliz. Seine Unterstützer fordern den Rücktritt des Außenministers: „Bassil sagt Worte, die größer sind als er selbst. Parlamentspräsident Berri ist eine der politischen Säulen des Libanon. Was Bassil tut, ist nicht akzeptabel. Wir unterstützen Herrn Berri“, sagt ein Demonstrant.

Ein weiterer erklärt: „Wir sind auf die Straße gegangen, ohne irgendwelche Befehle von der Amal-Partei bekommen zu haben. Das betrifft uns alle, ob wir zur Amal-Bewegung gehören oder nicht. Wir unterstützen Berri nicht als Miliz- oder Parteichef. Wir unterstützen ihn als Sprecher des libanesischen Parlaments.“

Auch seitens der radikalislamische Hisbollah, eine Verbündete der Amal-Bewegung, wurde Kritik an Bassils Aussagen laut. Mit seinem Verhalten arbeite der Außenminister gegen den Libanon und schaffe nur mehr „Krisen und Uneinigkeit.“