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Filmemacher Vittorio Taviani gestorben

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Filmemacher Vittorio Taviani gestorben

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Liebhaber des italienischen Kinos kennen sie nur im Doppelpack: Vittorio und Paolo Taviani. Nun ist der ältere Bruder - Vittorio - mit 88 Jahren gestorben. Er war in Rom seiner langjährigen Krankheit erlegen.

Bis ins hohe Alter war Vittorio seiner Berufung nachgegengen. Seine Filme machte er stets in Teamarbeit mit seinem jüngeren Bruder.

Eine perfekte Symbiose

"Wir haben unterschiedliche Charaktere, aber die gleiche Natur. Unsere Entscheidungen im Leben und in der Kunst sind die gleichen", sagte Vittorio einmal über sich und Paolo. Die Zusammenarbeit zwischen den Brüdern wird als perfekte Symbiose beschrieben - und auch äußerlich waren die beiden schwer auseinanderzuhalten. Gilt Paolo aber als mondän und etwas egozentrisch, wurde Vittorio als sein bedächtiges Gegenstück beschrieben.

Anti-Nazi-Drama "Die Nacht von San Lorenzo"

Zu Beginn ihrer Karriere fanden die Brüder für ihre stark ideologisch geprägten Regiekonzepte keinen Produzenten und machten ihre ersten Filme für den italienischen Fernsehsender Rai. International berühmt wurden sie mit "Padre Padrone" ("Mein Vater, mein Herr"), für den sie 1977 die Goldene Palme von Cannes gewannen.

Zu den erfolgreichen Werken der Männer, die noch in den 70er Jahren als überzeugte Marxisten galten, zählt auch das Anti-Nazi-Drama "Die Nacht von San Lorenzo".

Mit "Cäsar muss sterben" hatten sie den jüngsten großen Erfolg gefeiert. Das Doku-Drama hat auf der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen.

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