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NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Beate Zschäpe

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NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Beate Zschäpe

NSU-Prozess: Lebenslange Haft für Beate Zschäpe
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Im NSU Prozess hat das Oberlandesgericht München nach 437 Verhandlungstagen das Urteil gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre vier Mitangeklagten gesprochen:

Besondere Schwere der Schuld: Lebenslang für Zschäpe

Beate Zschäpe ist des zehnfachen Mordes schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß lautete lebenslang bei besonderer Schwere der Schuld. Ralf Wohlleben ist als Waffenbeschaffer wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mitangeklagte Holger G. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, der Mitangeklagte André E. zu zwei Jahren und sechs Monaten, der Mitangeklagte Carsten S. zu drei Jahren Jugendstrafe.

13 Jahre hatten Zschäpe und die beiden Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt als rechtsextremes Terrortrio im Untergrund gelebt, Mundlos und Böhnhardt töteten neun Ausländer und eine Polizistin, verübten 15 Raubüberfälle und drei Bombenattentate. Beide begingen 2011 Selbstmord, als sie nach ihrem letzten Banküberfall von Polizei umstellt waren. Unterstützung wie die Tatwaffe oder Papiere bekamen sie von den vier Mitangeklagten aus dem Neonazi-Milieu. Zschäpe war selbst an keiner Tat beteiligt, wollte von den Morden und Anschlägen immer erst im Nachhinein erfahren haben.

NSU-Prozess: Längster Prozess in Deutschland

Der NSU-Prozess ist einer der längsten Prozesse in Deutschland überhaupt. Die Vielzahl der Taten und Angeklagten, mehr als 20 Nebenkläger, mehr als 600 Zeugen, diverse Verteidigerwechsel und nicht zuletzt abwehrendes Aussageverhalten von Zeugen aus Verfassungsschutz und Polizei führte zu den Verzögerungen. Am Ende steht das Eingeständnis, dass es in Deutschland Rechtsterrorismus gibt – auf dem rechten Auge blind zu sein war der Hauptvorwurf an die ermittelnden Behörden.