Beim Wildern erwischt: Verdächtige in Kusel töteten Polizisten durch Kopfschüsse

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Von euronews
Die Polizei in Rheinland-Pfalz fahndet nach den Tätern.
Die Polizei in Rheinland-Pfalz fahndet nach den Tätern.   -   Copyright  Thomas Frey/ dpa   -  

Zwei Verdächtige sind festgenommen worden, nachdem in Rheinland-Pfalz bei einer Verkehrskontrolle eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizist erschossen wurden. Die Tat ereignete sich laut Polizei am frühen Morgen im Landkreis Kusel bei Kaiserslautern. Im saarländischen Sulzbach wurden ein 38-Jähriger und ein 32-Jähriger gefasst. Bei dem 38-Jährigen handelt es sich um einen polizeibekannten Mann, nach dem zuvor gefahndet worden war. Er hatte offenbar seine Papiere am Tatort zurückgelassen.

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser sprach von einer "Hinrichtung", nachdem ihr Kollege aus Rheinland-Pfalz erklärt hatte, dass die Polizeibeamten mit extremer Brutalität getötet worden seien.

Die Beamten der Polizeiinspektion Kusel seien auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs gewesen. Bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße 22 in Ulmet seien die tödlichen Schüsse gefallen. Die Polizist:innen hätten noch selbst eine Funkmeldung absetzen können, erklärte ein Polizeisprecher. "Die schießen", sollen die Beamten gesagt haben. Offenbar hatten sie totes Wild im Kofferraum entdeckt. Laut Medienberichten handelte der 38 Jahre alte Verdächtige mit Wildfleisch, nachdem die Familien-Bäckerei bankrott gegangen war.

Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die 24-jährige Polizistin und ihren 29 Jahre alten Kollegen bereits zu spät gewesen. Die beiden kamen aus dem benachbarten Saarland, wie der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans am Mittag bekannt gab.

Der Innenminister von Rheinland-Pfalz Roger Lewentz sagte laut SWR: "Als zuständiger Innenminister und oberster Dienstherr unserer Polizei und als Vater von vier Kindern im Alter der mit größter Brutalität ermordeten zwei jungen Polizeibeamten bin ich sehr erschüttert".

Die Kreisstraße 22 ist bei Mayweilerhof und Ulmet voll gesperrt. Die Polizei warnte davor, Anhalter:innen mitzunehmen. Mindestens einer der Verdächtigen sei bewaffnet. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach den Hinterbliebenen der Opfer ihr Beileid aus.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich bestürzt über den gewaltsamen Tod . "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der beiden Getöteten und auch bei allen Kolleginnen und Kollegen. Wir durchleben gerade den realen Alptraum aller Polizistinnen und Polizisten!", sagten der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek und die rheinland-pfälzische GdP-Landesvorsitzende Sabrina Kunz.

Die Polizei hat auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Vor genau einer Woche war im nicht sehr weit entfernten Heidelberg eine Studentin von einem 18-Jährigen erschossen worden, der sich dann selbst das Leben nahm. An diesem Montag fand ein Gedenkgottesdienst statt.