Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Polens Präsident Duda in Kiew "auf der Seite der Ukraine"

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa
euronews_icons_loading
Duda und Selenskyj in Kiew
Duda und Selenskyj in Kiew   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Als erster ausländischer Staatschef seit Beginn des Krieges hat der polnische Präsident  Andrzej Duda eine Rede im ukrainischen Parlament gehalten.

Immer wieder erhoben sich die Parlamentarier, um dem Gast aus Polen zu applaudieren. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war anwesend.

Duda sagte: "Nur die Ukraine kann über die Zukunft der Ukraine entscheiden. Nur die Ukraine hat das Recht. Russland muss aufhören, auf internationalem Recht herumzutrampeln. Es wird keine Gespräche hinter dem Rücken der Ukraine geben, keine Entscheidungen werden hinter dem Rücken der Ukraine getroffen werden. Das ist eine feste Zusage."

Polen sei auf der Seite der Ukraine und werde alles in seiner Macht stehende tun, um der Ukraine zu helfen, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Der polnische Staatschef sprach zudem von der Absicht, ein polnisch-ukrainisches Freundschaftsabkommen zu schließen. Details waren dazu zunächst nicht bekannt. Dudas Solidaritätsbesuch wurde überraschend erst am Sonntagmorgen bekannt. Der 50-Jährige reiste bereits zum zweiten Mal seit Kriegsausbruch in die Ukraine. 

Nach Polen sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar knapp 3,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge eingereist. Polen hat zudem mit Abstand den meisten der insgesamt rund 6,5 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine Zuflucht gewährt. In der Ukraine lebten vor Kriegsbeginn rund 44 Millionen Menschen.

Der Krieg geht an diesem Dienstag bereits in den vierten Monat - ohne dass es Aussichten auf ein baldiges Ende gibt.

Im Osten gab es am Sonntag schwere Gefechte. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Lage im Gebiet Donbas als "äußerst schwierig". Zugleich forderte er vom Westen noch strengere Sanktionen gegen Moskau. 

Viele Menschen leben seit Monaten in Kellern. Lehrerin Oleksandra Kolchenko sagt: "Kein Wasser, kein Strom, das ist auszuhalten, aber wenn die Explosionen so nah sind, das ist furchtbar."

Die Ukraine verlängerte unterdessen das seit Ende Februar geltende Kriegsrecht um weitere 90 Tage. Das Parlament in Kiew stimmte auch für eine Verlängerung der Generalmobilmachung bis zum 23. August. Einen Tag später, am 24. August, feiert die Ukraine traditionell ihren Unabhängigkeitstag.

Das Kriegsrecht gibt dem Militär erweiterte Rechte und schränkt bürgerliche Freiheiten wie das Demonstrationsrecht ein.

Der entsprechende Gesetzesentwurf war bereits in der vergangenen Woche auf Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht worden. Selenskyj hat den Kriegszustand erstmals am 24. Februar, einige Stunden nach Russlands Angriff, verhängen und anschließend zwei Mal um jeweils 30 Tage verlängern lassen. Die Generalmobilmachung hingegen galt sofort für 90 Tage.