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Dem Krieg zum Trotz: Tausende pilgern in die Ukraine zum jüdischem Neujahrsfest

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Von Euronews
Ultraorthodoxe Juden in Uman, Ukraine
Ultraorthodoxe Juden in Uman, Ukraine   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Tausende Pilger sind zur Feier des jüdischen Neujahrsfestes in die ukrainische Stadt Uman gereist. Dort ist bereits alles vorbereitet auf den Ansturm, hebräische Schilder und Werbungen säumen die Straßen. Ein bisschen Jerusalem-Flair im Osten Europas.

Es sind Chassidim, strengreligiöse Juden, die hier das Grab ihres religiösen Führers Rabbi Nachman besuchen wollen. Krieg und Pandemie schrecken sie nicht ab.

"Hoffentlich wird die Ukraine nicht weiteren Schaden nehmen", so Yaniv Vakhnin. Der 48-Jährige ist aus Safed in Galiläa angereist. Hoffentlich werde die Ukraine den Krieg gewinnen, sagt er hoffnungsvoll, "denn Rabbi Nachman ist hier begraben, deshalb ist die Ukraine beschützt."

Israels Ministerpräsident Yair Lapid hatte von der Reise abgeraten, ebenfalls der ukrainische Botschafter in Israel. In den vergangenen Monaten waren in Uman nach ukrainischen Angaben bereits Menschen bei Raketenangriffen getötet worden. Für die Pilger aus Israel ist das alles nicht neu.

"Wir haben Sirenen gehört, aber das sind wir aus Israel gewöhnt", so Aaron Allen, ein Arzt aus Israel, "wir wissen, wie wir uns verhalten müssen. Hier sind die Menschen sehr freundlich, sie haben uns herzlich aufgenommen. Wir fühlen uns sicher."

Rabbi Nachman, dessen Grab die Pilger besuchen wollen, war 1810 in Uman gestorben. Während der Sowjetherrschaft verließen viele Gläubige die Gegend und wanderten ins Ausland aus. Pilgerreisen waren stark eingeschränkt, erst ab den 90er-Jahren gingen die Besucherzahlen in die Zehntausende. Nach Angaben der Denkfabrik Israel Democracy Institute waren vor der Pandemie mehr als 50.000 Menschen jährlich nach Uman gepilgert.