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"Ich bin ein freier Mensch!"

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"Ich bin ein freier Mensch!"

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Der mexikanische Startenor Rolando Villazon im Gespräch mit Euronews Rolando Villazon, einer der größten Tenöre unserer Zeit, hat ein musikalisches Abenteuer gestartet.

Er feiert Mexiko mit den traditionellen Klängen, mit denen er aufwuchs. Er singt die Lieder, die ihn seit seiner Kindheit begleiten, länger als die Arien, die ihn zu einem Star der Opernszene machten. “Ich singe diese Musik, weil sie in meinem Herzen ist, genauso wie Verdi oder Donizetti. Wenn ich ‘Una furtiva lagrima’ singe, tue ich das mit der gleichen Leidenschaft, mit der gleichen Hingabe und Tiefe mit der ich heute mexikanische Lieder wie ‘Ay ay ay, canta y no llores’ singe”, so Villazon. Nur ein Beispiel für Crossover, für die Vermischung der Stile? “Man kann das als ‘Crossover’ bezeichnen, warum nicht! Oder, ist es Pop? Lass’ es Pop sein! Oder Klassik? Lass’ es Klassik sein!”, meint der Startenor. 2010 werden 200 Jahre seit der Unabhängigkeit Mexikos gefeiert und ein Jahrhundert seit der Revolution, was ein Anlass sein kann, an das Land zu erinnern. Begleitet wird Villazon von den Bolivar Soloists.

In seiner Jugend wollte Villazon Geistlicher werden, so heißt es zumindest. Schließlich kam es ganz anders. Das Spirituelle sei für einen Künstler jedoch alles andere als zweitrangig, sagt der Startenor: “Als Künstler ist man dem Mystischen nicht fremd, es gibt diese Suche nach dem Absoluten, das nicht Gott sein muss. Es ist eher das Verlangen nach dem Wesentlichen, nach dem Urschrei, den wir in uns tragen. Dieses Innerste kann universell sein, es fragt nach unserem Hiersein und hält keine Antwort bereit. Es gibt der Frage eine Form.” Überschäumend, begeisternd, Rolando Villazon ist zugleich jemand, der sich über das menschliche Sein ernsthaft Gedanken macht. Wir wollten von ihm wissen, ob er sich für einen freien Menschen hält: “Der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes sagte: ‘Die Freiheit liegt in dem Kampf für Freiheit.’ Ich denke, dass wir als menschliche Wesen für Freiheit kämpfen, obwohl wir kulturell, psychologisch, biologisch, genetisch und so weiter determiniert sind. Wir kämpfen, und ich denke, dass der härteste Kampf darin besteht, herauszufinden, in welcher Weise wir vorbestimmt sind und wie wir jenseits dessen Freiheit finden können. Wenn für Freiheit kämpfen, Freiheit bedeutet, bin ich ein freier Mensch.”

Die musikalischen Einlagen in unserem Beitrag stammen von der jüngsten CD Villazons, “iMexico!”, die bei der Deutschen Grammophon erschienen ist: “Cielito lindo/Mexico lindo y querido”, “Besame mucho”, “Besos robadas”, “La cucaracha”.

Die nächsten Konzerte finden in Wien (18/11), Mannheim (21/11), Hannover (24/11), Baden-Baden (28/11), Frankfurt (1/12) sowie in London (6/12) statt.