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Mit besonderen Talenten Traditionen bewahren

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Mit besonderen Talenten Traditionen bewahren

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In dieser Ausgabe von “Learning World” lernen Sie Projekte kennen, die jungen Menschen helfen, besondere Fähigkeiten zu lernen, um einen Beruf zu lernen und dabei ihr kulturelles Erbe zu bewahren. Begleiten Sie uns zur Glaskunst in Murano, zur Erhaltung der Architektur in Havanna und zum Erlernen der Pfeifsprache auf Gomera. Sie lernen junge Menschen kennen, die ganz besondere Qualifikationen erwerben.

Italien: Die Glaskünstler

Aufgrund der Brandgefahr wurden im Jahr 1291 alle Glasöfen von Venedig auf die kleine Insel Murano gebracht. Seitdem ist der Name Murano weltbekannt für seine Spitzenleistungen in der Glaskunst. Noch heute gibt es in der Glasindustrie von Murano 1000 Mitarbeiter und 260 Produktionsstandorte.

“Werde ein Glasmeister”, lautet die Botschaft der Berufsschule “Abate Zanetti”. Sie organisiert Besuche für Schüler zwischen 4 und 14 Jahren aus Italien und dem Ausland. Die 1862 gegründete Schule tut viel, um die alte Kunst der Glasbläserei zu erhalten. Die Idee, ihre Räume und Labore für junge Schüler zu öffnen, ist ein Weg, um der 1000 Jahre alten Tradition eine Zukunft zu geben.

Mehr Informationen im Internet:

http://www.abatezanetti.it/

Kuba: Das koloniale Erbe bewahren

In Kuba will ein staatliches Projekt jungen Menschen beibringen, wie man ihr architektonisches Erbe wiederaufbaut. Dabei geht es nicht nur darum, Gebäude aus der Kolonialzeit zu bewahren. Denn diese Initiative schafft Arbeitsplätze und bietet jungen Menschen damit die Möglichkeit, die krankende Wirtschaft ihres Landes zu unterstützen.

Havanna, die Hauptstadt Kubas, erlebt gerade eine Verjüngungskur. Denn die in Vergessenheit geratenen Häuser aus der Kolonialzeit werden derzeit restauriert. Auf den Straßen sieht man Gerüste und an bereits wiederhergestellen Gabäuden kann man “Vorher/Nachher”-Schilder bewundern, die die Effizienz des Regimes loben.

Hier werkeln auch die Schüler einer Ausbildungswerkstatt. Die Idee war, lokale Arbeitskräfte zu nutzen und auszubilden, um das koloniale Erbe Lateinamerikas zu bewahren.
Seit 2003 wird die Schulwerkstatt komplett von der kubanischen Regierung verwaltet. Ihre Ausbildungsarbeit hilft dabei, das Stadtbild zu verschönern und gibt jungen Menschen eine berufliche Perspektive. Die Schule hat großen Erfolg. Jedes Jahr kommen vier Bewerber auf einen der begehrten Ausbildungsplätze.

Mehr Informationen im Internet:

http://www.ohch.cu/_menu_1/info.php?cat=Talleres&iditem=185&id_Cat=6

Spanien: Pfeifen auf Gomera

Pfeifen ist die Art und Weise wie Vögel kommunizieren, aber es ist auch eine seltene menschliche Sprache, die vom Aussterben bedroht ist. Auf der spanischen Insel Gomera, wo Pfeifen schon lange als Kommunikatonsmittel über weite Strecken diente, wird Pfeifen jetzt an den Schulen gelernt, um diese Tradition am Leben zu erhalten.

Pfeifsprachen gibt es auf der ganzen Welt, aber sie sind selten und wahrscheinlich werden nur wenige auf Dauer überleben. Auf Gomera hat sich “El Silbo” erhalten, eine Pfeifsprache der Ureinwohner der Kanarischen Inseln.

Die UNESCO hat “El Silbo” 2009 zum Weltkulturerbe erklärt. Bereits 1999 führte die kanarische Inselregierung aber an allen Grundschulen von Gomera “El Silbo” als Pflichtfach ein; vorher war die Pfeifsprache lediglich Wahlfach.

Mehr Informationen im Internet:

http://partagernospassions.actifforum.com/t777-le-silbo-la-gomera-canaries
http://www.canariasahora.es/noticia/133969/