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"Argo" räumt bei den Oscars ab

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"Argo" räumt bei den Oscars ab

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Ben Affleck im Oscar-Glück: Sein Thriller “Argo” ist der Gewinner der diesjährigen Academy Awards. Der Film, der von einem CIA-Einsatz zur Rettung von sechs US-Diplomaten aus Teheran erzählt, erhielt den Oscar als bester Film des Jahres, für das beste adaptierte Drehbuch und den besten Schnitt.

Bester Hauptdarsteller wurde Daniel Day-Lewis. Der geht damit in die Oscar-Geschichte als derjenige ein, der diese Auszeichnung als bisher einziger Schauspieler zum dritten Mal verliehen bekam. Dieses Mal für seine überzeugende Darstellung des US-Präsidenten Abraham Linocoln in Spielbergs Historiendrama “Lincoln”. Es handelt von der Abschaffung der Sklaverei. In den Oscar-Abend startete der Film mit zwölf Nominierungen, letztlich wurden nur zwei Gewinne daraus.

Jennifer Lawrence setzte sich gegen Jessica Chastain und die Französin Emmanuelle Riva als beste Hauptdarstellerin durch – in einem der engsten Kopf-an-Kopf-Oscar-Rennen aller Zeiten. Lawrence spielt in David O. Russels Tragikkomödie “Silver Linings” eine exzentrische junge Witwe.

Der taiwanesische Regisseur Ang Lee sorgte ebenfalls für eine Überraschung. Er lief dem Favoriten Steven Spielberg als bester Regisseur den Rang ab. Lees Verfilmung des Bestsellers “Life of Pi” gewann außerdem in den Kategorien beste Kamera und beste visuelle Effekte.

Michael Hanekes “Liebe”: Die berührende Geschichte eines älteren Ehe-Paares, das mit den Folgen eines Schlaganfalls kämpft, erhielt den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Anne Hathaway wurde beste Nebendarstellerin in “Les Miserables” Christoph Waltz bester Nebendarsteller in “Django Unchained.”

Euronews im Gespräch mit der ABC-Korrespondentin Brandi Hitt zum Ausgang der diesjährigen Oscar-Verleihung:

Andrea Bolitho von euronews: “Brandi Hitt, hallo. Diese Oscar-Verleihung wurde als die ‘wackeligste’ seit Jahren bezeichnet. Ein Preisträger stand aber im Grunde außer Zweifel: Daniel Day-Lewis als bester Hauptdarsteller: Was macht ihn aus?”

Brandi Hitt von ABC: “Ja, Andrea, viele hier waren sich sicher, dass Daniel Day-Lewis heute Abend zum besten Hauptdarsteller gekürt wird. Und sie haben Recht behalten. Er hat den Preis zum dritten Mal abgeräumt. Das hat es noch nie gegeben. Trotzdem wirkte er auf der Bühne sehr ruhig und machte sogar ein paar Scherze. Die meisten Leute in Hollywood haben die ganze Zeit an seinen Sieg geglaubt.

Andrea Bolitho: “Ben Afflecks Polit-Thriller ‘Argo’ ist bester Film, Affleck selbst wurde aber nicht als bester Regisseur nominiert. Das ist ungewöhnlich.

Brandi Hitt: “Ja, normalerweise wird der Preisträger für den besten Film auch als bester Regisseur nominiert. Nicht so in Ben Afflecks Fall, obwohl er mit seinem Film so viele Preise geholt hat, darunter den Golden Globe und den BAFTA-Award. Das sorgte für viel Gesprächsstoff in Hollywood. Als er nun den Oscar für Argo als besten Film entgegen nehmen sollte, weil er einer der Produzenten des Film war, wurde er von seinen Mitstreitern im Grunde als bester Mann hinter diesem Film vorgestellt. Er war sehr aufgeregt, er sagte, er habe nicht daran geglaubt, noch mal auf dieser Bühne zu stehen, aber er habe begriffen, dass man sich immer neue Ziele suchen muss im Leben. Man hat ihm die Aufregung deutlich angesehen.

Andrea Bolitho: “Die beste Regie war eine Kategorie, die in diesem Jahr lange als völlig offen galt. Letztlich hat Ang Lee das Rennen gemacht für seine großartige Verfilmung von “Life of Pi”. Was hat den Ausschlag gegeben?”

Brandi Hitt: “‘Life of Pi’ hat ja mehrere Preise gewonnen, nicht die wichtigsten, also für den besten Film oder Hauptdarsteller, aber für die beste Kamera und die besten visuellen Effekte. Es ist ein sehr stimmungsvoller Film. Und Ang Lee ist kein Neuling auf der Oscar-Bühne. Die Academy-Mitglieder haben sich mitreißen lassen. Diese Kategorie war sehr in der Schwebe. Man fragte sich, wenn Ben Aflleck und Katherine Bigelow für ‘Zero Dark Thirty’ nicht nominiert sind, wer soll dann gewinnen? ‘Life of Pi’ ist ein fantastischer Film, unglaublich gut gemacht, die Academy befand deshalb, dass Ang Lee den Preis verdient.”

Andrea Bolitho: “Michael Hanekes ‘Liebe’ ist bester fremdsprachiger Film, war aber auch ale bester Film nominiert. Hatte er tatsächlich eine Chance, beide Preise zu gewinnen?

Brandi Hitt: “Hier in den USA haben viele Leute diesen Film nicht gesehen und er wurde auch nicht sehr intensiv besprochen. Man sprach von ihm als DEM ausländischen Film und natürlich auch über die französische Schauspielerin Emmanuelle Riva , die als beste Hauptdarstellerin nominiert war. Viele Leute haben hier vermutlich nicht an den Oscar für den besten Film geglaubt, aber von den Kritikern wurde er sehr gefeiert. Und Emmanuelle hat ja den BAFTA-Award für ihre schauspielerische Leistung darin bekommen.

Andrea Bolitho: “Apropos beste Hauptdarstellerin. Jennifer Lawrence ist es geworden für ‘Silver Linings’. War das die große Überraschung des Abends?

Brandi: “Ja, das war sie vermutlich. Ich glaube, das liegt daran, dass viele Kritiker überzeugt waren, dass Emanuelle Riva den Preis gewinnen würde. Sie hat den BAFTA-Award gewonnen und sie hat ihre Rolle wirklich exzellent gespielt. Es ist eine so schwierige Geschichte und die Leute glaubten an Emmanuelle. Aber es war die Nacht von Jennifer Lawrence, sie wirkte sehr überwältigt auf der Bühne, vermutlich war es auch für sie eine Überraschung.”