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Respektvoll wachsen - soziales Unternehmertum in Europa

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Respektvoll wachsen - soziales Unternehmertum in Europa

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Heute entsteht eine von vier neu gegründeten Firmen in der Europäischen Union als sozial orientiertes Unternehmen. Das soziale Unternehmertum ist in Europa mit dem Ziel angetreten, auch den Benachteiligten den Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Ausbildungsplätzen zu ermöglichen.

Allen Vorurteilen zum Trotz, wollen auch diese Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.” Das Unternehmen Dobrovita Plus wurde 1996 gegründet – eines von sieben, die auf Initiative der šent, einer der wichtigsten Nichtregierungsorganisationen Sloweniens, entstanden. Dobrovita Plus bietet ihren Kunden eine breite Palette an Dienstleistungen: Gartenarbeit, Hauswirtschaft, Tätigkeiten in den betriebseigenen Werkstätten.

Dobrovita beschäftigt 42 Mitarbeiter, die Hälfte von ihnen ist behindert – eine Ass im Ärmel des Unternehmens, findet auch der dort beschäftigte Arbeiter Kemal Posedi: “In der Arbeit gehe ich über meine Grenzen hinaus. Wenn ich das kann, dann können das auch andere schaffen.”

Das Unternehmen hat sich rechtzeitig an die Anforderungen des Marktes angepasst und sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft. Und so hat Dobrovita Plus seit einigen Wochen sogar Landvermessungen im Angebot. “Mit dem Angebot der Landvermessung dringen wir in ein Spitzensegment vor, das steigert unseren Mehrwert”, so Dobrovita-Plus-Manager Igor Pavel.

Im Jahr 2012 hat das Unternehmen 750.000 Euro Umsatz gemacht. In diesem Jahr soll das Ergebnis um zehn bis 15 Prozent gesteigert werden.

Dobrovita Plus wurde bisher mit 300.000 Euro gefördert. Nataša Gorpšek Mencin vertritt die Europäische Kommission in Slowenien. Für sie ist es vor allem wichtig, die Philosophie des Europäischen Sozialfonds zu verstehen: Investitionen tätigen, um sozial orientierten Unternehmen ihren Start zu erleichtern. “Wir investieren in den Start, und wenn dann die Finanzierung abgezogen wird, sollte das Unternehmen nachhaltig existieren können”, erklärt Nataša Gorpšek Mencin.

In Slowenien hat der Europäische Sozialfonds seit 2009 in 26 soziale Unternehmensgründungen investiert. Mit konkreten Resultaten. Bisher konnten durch Hilfe des Fonds 270 Menschen ausgebildet und 90 dauerhaft beschäftigt werden.

Zum Schluss erklärt uns Igor Pavel, der Manager des sozial orientierten Unternehmens Dobrovita Plus, noch seinen Schlüssel zum Erfolg: “Für mich ist der Schlüssel zum Erfolg eines sozial orientierten Unternehmens, wettbewerbsfähig zu sein, innovativ, flexibel und gleichzeitig respektvoll mit Menschen und der Umwelt umzugehen.”