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Privatsphäre im Netz: Ihr kriegt die Kontrolle zurück!
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Wir leben in einer Zeit zu leben, in der immer mehr von unserem Leben in der einen oder anderen Form aufgezeichnet wird; mit oder gegen unseren Willen. Sind unsere Daten erst einmal im Netz, verlieren wir schnell die Kontrolle über sie.

euronews-Reporterin Elza Gonçalves: “Wir teilen enorme Mengen persönlicher Daten über das Internet und andere elektronische Geräte. Gehört das Privatleben der Vergangenheit an?”

Laut dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist die Zeit der Privatsphäre vorbei. Ein Team von italienischen Wissenschaftlern teilt diese Ansicht nicht. Sie arbeiten an einer mobilen Anwendung, die uns die Kontrolle über unsere persönlichen Daten zurückgeben soll.

Mattia Pasolli, Entwickler bei Mobile Territorial Lab: “Alle, die Facebook derzeit wegen des Datenschutzes nicht nutzen, könnten dies künftig tun, weil sie eine Art Firewall vorgeschaltet haben, die ihnen genau anzeigt, was mit externen Diensten geteilt wird.”

Die Anwendung wird derzeit von 80 Familien in Trient getestet. Jede von ihnen hat Smartphones, die Daten über ihr alltägliches Leben aufzeichnen. Fabrizio leitet das Projekt mit dem Namen “Mobile Territorial Lab”.

Fabrizio Antonelli, Direktor des Mobile Territorial Lab: “Das Werkzeug, das wir nutzen, nennt sich “Personal Data Store”. Das ist eine Art Sicherheits- oder Datenspeicher, in dem alle Informationen über eine Person gesammelt werden. Jeder Nutzer kann seine eigenen Daten einsehen und so kontrollieren, wer sie wann zu welchem Zwecke genutzt hat.”

Die 80 Familien nehmen aktiv an der Entwicklung der Anwendung teil. Viele von ihnen kannten sich bereits, bevor sie an dem Projekt teilnahmen. Erica kümmert sich darum, dass bei dieser Test-Community alles glattläuft.

Erica Paris, Community Manager bei Mobile Territorial Lab: “Man kann viel von dem Projekt lernen, denn man realisiert, welche Mengen an Daten über einen gesammelt werden, auch von anderen Anwendungen. Das hat man häufig so vorher gar nicht realisiert.”

Die Wissenschaftler gehören den sogenannten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) an, einem Netzwerk spezieller universitärer Einrichtungen in Europa, das von der EU gefördert wird. In Zusammenarbeit mit Privatunternehmen wollen sie die Lücke zwischen Innovation und Wirtschaft, zwischen Forschung und Vermarktung überbrücken.

Mattia Pasolli: “In den USA vereinfachen kulturelle Faktoren die Bildung hochinnovativer, kleiner Start-Ups. In Europa ist diese Mentalität von ‘Versuch und Irrtum und erneutem Versuch’ noch nicht völlig angekommen und Teil unserer Kultur.”

Eines der Ziele des Projekts ist die Verbesserung der Lebensqualität durch Informations- und Kommunikationstechnik. Die Forscher versuchen, künftige gesellschaftliche Trends vorherzusagen.

Fabrizio Antonelli: “Die heutigen sozialen Netzwerke fußen sehr stark auf einer globalen Gemeinschaft. Es wird aber immer wichtiger, die Rolle der lokalen Gemeinschaften stärker hervorzuheben. Dies sind Gemeinschaften, die sich regional gut auskennen, wo das Vertrauen sehr stark ist, verglichen mit dem Vertrauensniveau auf globaler Ebene, und in denen die Informationsfilter von den Menschen selbst eingerichtet werden. Wir unterstützen die Gemeinschaft auf lokaler Ebene.”

Weiterführender Link

Website der Forschungs-Einrichtung in Trient

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