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Achtung Dürre! EU-Projekt will Trockenheit in Afrika voraussagen

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Achtung Dürre! EU-Projekt will Trockenheit in Afrika voraussagen

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In Afrika sind extreme Dürreperioden eine permanente Bedrohung. Die Wasserknappheit bedroht die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe. Mit dem voranschreitenden Klimawandel werden Dürreperioden zunehmen, so die Voraussage der Forscher.

Wir haben eine Milchkooperative in der südafrikanischen Provinz Limpopo, nördlich von Johannesburg besucht. Deren Vorsitzender, Stephen Lebotsa, beklagt die Planungsunsicherheit angesichts drohender Dürreperioden. “Kommt eine Dürre, bricht der Betrieb auf den kleinen Farmen zusammen. Sie funktionieren dann nicht mehr, verdienen nichts. Bekäme ich eine Vorwarnung, könnte ich mich rechtzeitig um Futter für mein Vieh kümmern und wüsste, ob ich genug Wasser im Speicher habe”, so der südafrikanische Landwirt.

Eine Gruppe afrikanischer und europäischer Wissenschaftler ist in Limpopo unterwegs, um im Rahmen des EU-Projekts WaterNet Frühwarnstrategien für die Farmer der Region zu entwickeln. Unter ihnen ist Jean-Marie Onema, der das Projekt koordiniert. “Natürlich, die Trockenheit macht die Bevölkerung insgesamt angreifbar und konfrontiert sie mit konkreten Problemen der Lebensmittelversorgung, der Gesundheit und der Abwasserentsorgung. Das stellen wir überall auf dem Kontinent fest. Unser Projekt will die Risiken der Dürre in Afrika zu reduzieren”, sagte Onema.

Bisher müssen sich die Farmer auf den Wetterbericht im Fernsehen verlassen. Satellitengestützte Vorhersagesysteme sind für den Gebrauch vor Ort noch zu kompliziert, weiß Professor Micha Werner: “Das ist natürlich alles sehr technisch. Etwas schwierig für einen Farmer, denke ich, nicht leicht verständlich. Die Landwirte entscheiden wann sie ernten, was sie an ihr Vieh verfüttern. Die Informationen dafür finden sie auf keiner Wetterkarte. Sie verstehen, wie ihre Betriebe funktionieren, das brauchen wir ihnen nicht erklären. Aber wir können ihnen Schlüsselinformationen liefern, mit denen sie sich besser auf Dürreperioden vorbereiten können.”

Die Forscher haben ein Frühwarnsystem entwickelt, das den Farmern einfache Angaben zur Verfügung stellt. Wissenschaftler, Behörden und Bürger arbeiten zusammen, um diese Dürrewarnungen so effektiv wie möglich zu gestalten.

“Von Europa aus können wir unterschiedliche Datentypen zur Verfügung stellen, mindestens ein paar Tage im Voraus. Außerdem können wir eine Saisonvorhersage machen. Aus diesen Daten können wir Indikatoren ableiten. Darin besteht unsere Aufgabe, diese Daten zu entwickeln und eine Vorhersage für den Kontinent, die Region und möglicherweise sogar für bestimmte Orte zu treffen”, erklärt Wasserexperte Jürgen Vogt.

Um die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und den afrikanischen Regionen zu verbessern, analysieren die Forscher das Wassermanagement der Menschen überall auf dem Kontinent Angesichts der zunehmenden Trockenheit auf dem Kontinent, hat Afrika dabei keine Zeit zu verlieren.

Falls Sie mehr über das Dürrefrühwarnsystem erfahren möchten, gehen Sie auf http://www.dewfora.net