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Scheki: Perle des Kaukasus

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Scheki: Perle des Kaukasus

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Scheki, eine Stadt am Fuße des Kaukasus. Über Jahrhunderte war sie ein wichtiger Handelsstützpunkt auf der sagenumwobenen Seidenstraße. Der Marktplatz von Scheki ist noch immer Umschlagplatz für Erzeugnisse der Region.

Vor allem die Seidenindustrie des Landes ist über die Grenzen Aserbaidschans hinaus bekannt, zum Beispiel für die daraus per Hand geknüpften Teppiche.

Die Arbeiter gewinnen die Farben zur Tönung der Seide nach einem überlieferten Rezept, zum Beispiel aus dem Sud Roter Zwiebeln. Acht Monate dauert es dann, bis ein Teppich endlich fertig geknüpft ist – jedesmal ist das ein emotionaler Moment.

In einem Bereich allerdings setzt die Weberei auf moderne Technologie. Übrigens stammt die verarbeitete Seide aus der Produktion hauseigener Seidenraupen. “Die Seidenfabrik besteht seit 1931. Auch wenn wir technisch auf der Höhe der Zeit sind, so bleiben unsere Farben ganz natürlich. Wir produzieren Teppiche, Schals und Taschentücher aus Naturseide. Scheki ist bekannt für seine Seidenindustrie – wir wollen diese Tradition fortführen”, so Natella Movsumova, Managerin der Sheki Silk Company.

Der Palast des Scheki Khan

Die Fenster des prächtigen Scheki Khan Palasts zeugen von der reichen Geschichte der Seidenstadt. Italienische Händler brachten das Glas, um es gegen kostbare Seide einzutauschen. Der Palast und seine Fresken stammen aus dem Jahr 1762 und enstanden auf Befehl von Hussein Khan, der in Aserbaidschan bis heute auch als Dichter bekannt ist. Vor neun Jahren wurde der Palast mit Finanzmitteln der Weltbank restauriert. Das Dach wurde nach überlieferter Handwerkskunst überarbeitet, ohne einen einzigen Nagel oder gar Kleber. Zamina Rasulova ist Fremdenführerin im Palast des Khan: “Der Scheki Khan Palast ist ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte, der Architektur und der Kunstfertigkeit unseres Landes. In diesem Bauwerk vereinen sich alle Architekturstile.”

Auch Teehäuser sind Zeugnis der Geschichte des Landes. Zuerst nimmt der Gast ein Stück Zucker, erst dann wird der Tee zum Mund geführt. Im Mittelalter glaubte man, sich mit Zucker vor Vergiftungen durch Feinde schützen zu können. Vergiftungen in diesem Teehaus sind nicht überliefert – hier kommen nur Kräuter, nämlich Thymian und Minze in den Pott. In Aserbaidschan gibt es dazu ein Sprichtwort: “Wenn Du Tee trinkst, kommt es nicht auf die Tasse an.”

Mit Marco Polo im Ölbad

Im 13. Jahrhundert bereitste der Entdecker Marco Polo diese Gegend des heutigen Aserbaidschans. In seinen Aufzeichnungen berichtete er von “dunkler Schmiere”, die vor seinen Füssen aus dem Grund gestiegen sei. Was Polo da sah, waren Ölquellen, die heute teilweise trockengelegt, teilweise aber in Badestellen verwandelt wurden. Jedes Jahr kommen aus aller Welt Touristen, um sich im Öl zu aalen und ihrer Haut etwas Gutes zu tun. Doch Achtung! Sollten Sie es versuchen, bleiben Sie nicht länger als zehn Minuten im Bade. Was passiert, wenn sie diese Zeit überschreiten? Bisher hat es wohl noch niemand versucht. Auch nicht der große Marco Polo.