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Neue Lern- und Lehranstätze in der Schule - Der Beginn einer neuen Ära?

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Neue Lern- und Lehranstätze in der Schule - Der Beginn einer neuen Ära?

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Brauchen wir neue Lernansätze, um unser derzeitiges Bildungswesen zu verbessern? Welche dieser Werkzeuge und Methoden machen den Unterschied beim Lernerfolg für Schüler aus? Pädagogen suchen immer nach Wegen, den Lernprozess zu verbessern und ihn den Erfordernissen der modernen Welt anzupassen. Neue Technologien und innovative Lehrmethoden scheinen zusammen zu gehören. Wir wollen herausfinden, welche Folgen diese Ansätze für die Schüler haben.

USA: “Umgedrehter Unterricht”

Typischerweise ist es der Lehrer, der im Klassenraum unterrichtet und anschließend Hausaufgaben aufgibt. Doch wie wäre es, wenn man diesen Prozess umkehren würde? Wir waren in den USA, um mehr über diesen revolutionären Ansatz des “Flipped Classrooms”, also des “umgedrehten Unterrichts”, herauszufinden. Jon Bergmann einer der Mitbegründer des “Flipped Classroom”: “Wir hatten die Idee 2006 und 2007, als wir in einer kleinen, ländlichen Schule in Colorado unterichtet haben. Wir stellten fest, dass einige unserer Schüler zu Hause mit grundsätzlichen Inhalten zu kämpfen hatten”, erklärt er. “Dann fanden wir heraus, dass die beste Zeit für sie zu lernen war, als sie mit uns zusammen waren, im Klassenraum. Der ‘Flipped Classroom’ ist eine ganz einfache Idee. Man nimmt die Inhalte mit nach Hause und schaut sie sich mit einer einfachen Software an. Was also normalerweise zu Hause geleistet wird, machen wir dann im Klassenraum.”

Kenia: Technologie gegen Schulabbruch

Was geschieht, wenn Klassen überfüllt und Lehrmittel begrenzt sind? Für viele Kinder in den Slums von Kenia sind diese Bedingungen eine Realität, die sie davon abhalten, zur Schule zu gehen. Ein Projekt nutzt moderne Technologien, um die Schüler an die Schule zu binden. Der gesamte Lehrplan der kenianischen Grundschule ist nur eine Berührung entfernt. Das ist die Magie des sogenannten e-Limu-Tablets, das heisst elektronischer Lehrer auf Swahili. In einem Slum von Nairobi nutzt man dieses Konzept. Die meisten Menschen hier können sich gut ausgestattete Schulen nicht leisten, deshalb brechen bis zu 40 Prozent der Schüler ihre Ausbildung nach der Grundschule ab. Deshalb hat Nivi Mukherjee aus Nairobi hat “e-Limu” mitentwickelt. Sie hatte die Idee, nachdem sie in Schulen in mehreren Slums gearbeitet und festgestellt hatte, dass die Schüler nichts lernten, weil es an Lehrmaterial fehlte. Dieselben Schüler zeigten sich an Tablets aber sehr interessiert.

China: Freude und Fantasie statt Stress

Chinesische Schulen stehen in den weltweiten Rankings stets ganz oben. Doch viele Schüler beklagen den grossen Stress angesichts des Drucks, bei Prüfungen immer gut abschneiden zu müssen. Einige Schulen experimentieren nun mit neuen Ansätzen, um diese Situation zu ändern. Auf den ersten Blick sieht sie mit ihrer morgendlichen Gymnastik und den Uniformen aus wie andere Grundschulen in China auch. Aber die Kunshan Qiandeng-Schule nutzt andere Lehrmethoden. Hier geht es nicht um Auswendiglernen, wie in den meisten Schulen im Land. Die Qiandeng-Schule gehört zu den 1800 chinesischen Schulen, die sich am sogenannten “Experiment Neue Erziehung” beteiligen, ein landesweites Projekt in der privaten Bildung. Die Bewegung begann im Jahr 2000 und wandte sich an Lehrer und Schüler, um zu einem “glücklichen und integrierten Bildungswesen” zu führen. Besonderer Wert wird auf Alltagserfahrungen gelegt.