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Steuerskandal: HSBC-Chefs entschuldigen sich

Die Chefs der HSBC haben sich bei einer Anhörung im Parlament in London für dubiose Geschäftspraktiken der britischen Großbank entschuldigt. Enthüllungen zufolge hat die Genfer Niederlassung der Bank

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Steuerskandal: HSBC-Chefs entschuldigen sich

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Die Chefs der HSBC haben sich bei einer Anhörung im Parlament in London für dubiose Geschäftspraktiken der britischen Großbank entschuldigt. Enthüllungen zufolge hat die Genfer Niederlassung der Bank von 2006 bis 2007 Zehntausenden Kundinnen und Kunden dabei geholfen, Steuern zu hinterziehen.

Meinung

Ich habe keine Einsicht in das, was in den unteren Organisationsebenen passiert.

Präsident Douglas Flint und Direktor Stuart Gulliver gestanden Fehler der Bank ein, betonten jedoch, dass sich viel geändert habe. Gulliver: “Douglas und ich möchten uns für die unakzeptablen Vorkommnisse entschuldigen, die in der Mitte der Nullerjahre in unserer Privatbank in der Schweiz passiert sind. Die Entschuldigung gilt allen, unseren Kunden, Aktionären und der Öffentlichkeit. Wir bedauern es zutiefst. Das war eindeutig unakzeptabel und hat den Ruf der HSBC beschädigt.”

Flint sagte zu der Frage, ob er befürchte, dass es noch weitere Leichen im Keller der Bank gebe: “Ich habe keine Einsicht in das, was in den unteren Organisationsebenen passiert.” Er gehe jedoch davon aus, dass die Kontrollmechanismen viel besser wirken als in der Vergangenheit.

Es seien für 2015 noch eine Reihe von Altlasten abzubauen, so Gulliver. Die Zahlen für 2014 sind schwach: Der Gewinn fiel um 15 Prozent, auch die Aktie verlor. Gulliver hatte sich bereits vor einer Woche in Zeitungsanzeigen für die Beihilfe zur Steuervermeidung bei der Schweizer Tochter entschuldigt. Er hatte jedoch stets wert darauf gelegt, die Führung der Bank erst nach der betreffenden Zeit übernommen zu haben. 2008 war er dem Vorstand beigetreten und 2011 an die Spitze vorgerückt.

Wie die britische Zeitung The Guardian berichtete, führte Gulliver im Namen einer Briefkastenfirma aus Panama selbst ein Konto in der Schweiz. Damit habe er den HSBC-Mitarbeitern seine Einkünfte verbergen wollen, so die Erklärung Gullivers. Er habe stets den Steuerhöchstsatz auf alle seine Einkünfte gezahlt, betonte er.

Im Zuge des Skandals war auch Premierminister David Cameron in die Kritik geraten. 2011 machte er den ehemaligen HSBC-Verwaltungsratchef Stephen Green zum Handelsminister.