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Flüchtlingszahl auf Höchststand seit 22 Jahren

Sizilien ist das neue Ziel der meisten Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Nach dem Drama in Lampedusa im Oktober 2013 wurden viele von ihnen hierher

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Flüchtlingszahl auf Höchststand seit 22 Jahren

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Sizilien ist das neue Ziel der meisten Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Nach dem Drama in Lampedusa im Oktober 2013 wurden viele von ihnen hierher gebracht, inzwischen kommen sie direkt hier an – der Andrang ist enorm. Die meisten von ihnen kommen über Libyen nach Italien. Haben sie erst einmal Asyl beantragt, dauert es oft Monate bis sie eine Antwort erhalten. Diejenigen, die die Überfahrt überlebt haben, fühlen sich angesichts einer unsicheren Zukunft schwach.

Im vergangenen Jahr sind 3500 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen. Es sieht aus, als würden es in diesem Jahr noch mehr. Die meisten Überlebenden wollen Asyl beantragen.
Seit Beginn des Bürgerkrieges kommen die meisten aus Syrien. Bis März dieses Jahres wurden allein 123.000 der Asylanträge von Syrern gestellt, mehr als 41.000 von Afghanen. Fast 38.000 von Kosovaren.

Von den 2014 fast 360.000 entschiedenen Fällen – das sind 44 Pozent mehr als im Vorjahr – wurden in der EU mehr als 160.000 anerkannt. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mit mehr als 200.000 die meisten Asylanträge gestellt. Darauf folgen Schweden mit mehr als 80.000 und Italien mit mehr als 64.600, für Italien ein Anstieg um mehr als 140 Prozent.

In Frankreich wurden nur etwas mehr als 21 Prozent der Asylanträge angenommen, in Deutschland immerhin mehr als 41 Prozent. Italien akzeptierte 58,5 Prozent und Schweden sogar fast 77. Auch die Vereinten Nationen stellen fest: Die Zahl der Asylbewerber ist so hoch wie seit 22 Jahren nicht mehr. Und das hat vor allem einen Griund: Die Industrieländer werden für die von Kriegen und Angst geplagten Menschen immer häufiger zur letzten Zuflucht.