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Eindrucksvoller Nachbau der Chauvet-Höhle in der Ardèche

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Eindrucksvoller Nachbau der Chauvet-Höhle in der Ardèche

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Weniger als zehn Kilometer liegen zwischen der originalen Chauvet-Höhle im Tal der Ardèche und der aufwendigen Kopie, die jetzt als Caverne du

Weniger als zehn Kilometer liegen zwischen der originalen Chauvet-Höhle im Tal der Ardèche und der aufwendigen Kopie, die jetzt als Caverne du Pont-d’Arc eröffnet wird. In der detail- und maßstabsgetreuen Rekonstruktion für mehr als 55 Millionen Euro können sich Besucher dann Tausende von prähistorischen Tierzeichnungen anschauen, die Steinzeitmenschen vor über 35.000 Jahren geschaffen haben.

Meinung

Sie werden nicht das Gefühl haben, einen Nachbau zu sehen, denn dieser Ort ist magisch.

“Wir haben hier mit Bildhauern, mit Malern, mit Experten zusammengearbeitet, die die Chauvet-Höhle komplett rekonstruiert haben. Dieser Platz ist offen für alle, jeder kann die Caverne du Pont-d’Arc besichtigen. Und Sie werden nicht das Gefühl haben, einen Nachbau zu sehen, denn dieser Ort ist magisch”, so Pascal Terrasse, Präsident der Caverne du Pont-d’Arc.

Im Dezember 1994 wurde die Grotte von den Amateurhöhlenforschern Jean-Marie Chauvet, Eliette Brunel und Christian Hillaire bei einer privaten Expedition entdeckt. Sie war nie öffentlich zugänglich.

Die Zeichnungen in Oker und Kohle sind deshalb so gut erhalten, weil wahrscheinlich ein Felssturz die Höhle vor gut 23.000 Jahren verschloss. Im vergangenen Jahr wurden die Zeugnisse aus den Anfängen der Menschheit in die Liste der Unesco-Weltkulturgüter aufgenommen.

Über eine Fläche von 8500 Quadratmetern werden in der Grotte 424 Tiere in rund 1000 Zeichnungen dargestellt. Konservatorin Marie Bardisa: “Die Pferde, die dieses große Bild berühmt gemacht haben, wirken auf den ersten Blick flach. Aber es reicht, ein bisschen zur Seite zu treten und man hat den Eindruck, sie bewegen sich. Es ist ein richtiges 3-D-Bild.”

Die Zeichnungen sind sehr präzise und wirken sehr lebendig. Die Einbeziehung von Überhängen, Nischen und Alkoven gibt den Bildern Tiefe. Das und wie die Künstler der Altsteinzeit die Perspektive beherrschten, begeistert Experten: “Es ist ein majestätisches Ensemble, das sich nicht nur auf diese Triptychon beschränkt, sondern sich auch bei diesem wunderschönen Bison zeigt”, so Paulo Rodriguez.

Die Anforderungen für den Nachbau waren enorm: Auf nur 3500 Quadratmetern, etwa einem Drittel der Originalgröße werden die wichtigsten Motive in gleicher Atmosphäre auf Spritzbeton dargestellt: inklusive Kälte, Feuchtigkeit, Dämmerlicht und Modergeruch der Höhle.

“Die Wände, die Geologie wurden exakt nachgebildet. Die Bilder sind auch sehr präzise, es ist sehr bewegend. Das Publikum wird – zuallererst – sie werden begeistert, sie werden überrascht sein”, so Höhlenforscherspezialist Professor Jean Clottes.

Die Caverne du Pont-d’Arc ist ab dem 25. April geöffnet. Die Organisatoren hoffen auf 300.000 bis 400.000 Besucher jährlich. Der Eintritt kostet 13 Euro für Erwachsene.