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Noam Chomsky: "Die USA sind ein Schurkenstaat, Europa ist extrem rassistisch"


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Noam Chomsky: "Die USA sind ein Schurkenstaat, Europa ist extrem rassistisch"

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Er ist ein Superstar in der Welt der Intellektuellen, ein überaus produktiver Autor und selbst ernannter Anarchist, der auch mit 86 Jahren nicht kürzer tritt. Er prangert immer noch Unrecht an, dabei hat er im Allgemeinen den Westen in der Schusslinie. Ich habe mich in die Vereinigten Staaten aufgemacht, um mich mit Noam Chomsky zu treffen. Wir führten das Interview in seinem Büro am Massachusetts Institute of Technology. Er ist Gast bei “The Global Conversation”.

Wer ist Noam Chomsky?

  • Avram Noam Chomsky wurde am 7. Dezember 1928 in Philadelphia, Pennsylvania, USA geboren
  • Er arbeitet seit 1955 als Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT)
  • Seit seiner Kritik am Vietnamkrieg trat er immer wieder als scharfer Kritiker der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik in Erscheinung
  • Chomsky wurde als Kapitalismus- und Globalisierungskritiker weltweit bekannt
  • Zwischen 1980 und 1992 ist Chomsky die am häufigsten zitierte lebende Person der Welt gewesen (Arts und Humanities Citation Index von 1992)

Euronews-Reporterin Isabelle Kumar: “Vielen Dank, dass Sie bei uns sind. Die Welt im Jahr 2015 scheint ein sehr unruhiger Ort. Stehen Sie der allgemeinen Situation im großen Ganzen eher optimistisch oder pessimistisch gegenüber?”

Noam Chomsky: “Auf der internationalen Bühne rasen wir auf einen Abgrund zu, in den wir fallen werden und der die Aussichten für ein menschenwürdiges Überleben erheblich reduzieren wird.”

Euronews: “Was für ein Abgrund?”

Noam Chomsky: “Tatsächlich gibt es zwei, einer ist die Umweltkatastrophe, die unmittelbar bevorsteht. Wir haben nicht mehr viel Zeit, damit fertig zu werden und wir gehen den falschen Weg. Den anderen Abgrund gibt es schon seit 70 Jahren, es ist die Gefahr eines Atomkriegs, die immer größer wird. Wenn Sie sich die Geschichte anschauen, ist es ein Wunder, dass wir überlebt haben.”

Euronews: “Fangen wir mit den Umweltproblemen an. Wir haben unser Social-Media-Publikum aufgefordert, uns Fragen zu schicken und wir haben viele Rückmeldungen bekommen. Zum Beispiel diese Frage von Enea Agolli, der von Ihnen wissen will, was Sie über den Klimawandel denken, wenn Sie ihn aus Sicht eines Philosophen betrachten.”

Noam Chomsky: “Die menschliche Spezies gibt es schon vielleicht seit 100.000 Jahren und sie steht jetzt vor einem einzigartigen Moment in ihrer Geschichte. Diese Spezies ist jetzt an einem Punkt, an dem sich sehr bald entscheiden wird, in den kommenden Generationen, ob das Experiment des sogenannten intelligenten Lebens weitergehen wird oder wir fest entschlossen sind, es zu zerstören. Überwiegend erkennen Wissenschaftler, dass fossile Energieträger im Boden bleiben müssen, damit unsere Enkel eine Zukunft haben. Aber die institutionellen Strukturen unserer Gesellschaft versuchen, jeden Tropfen aus der Erde zu pressen. Die Folgen, die Auswirkungen der vorhergesagten Effekte des Klimawandels für die Menschheit in nicht sehr ferner Zukunft sind katastrophal und wir rasen auf diesen Abgrund zu.”

Euronews: “Was die Gefahr eines Atomkriegs angeht, sehen wir, dass bei den Verhandlungen mit dem Iran eine vorläufige Vereinbarung erreicht wurde. Sehen Sie darin einen Hoffnungsschimmer, dass die Welt möglicherweise ein sicherer Ort werden könnte?”

Noam Chomsky: “Ich bin für die Verhandlungen mit dem Iran, aber sie sind zutiefst fehlerhaft. Es gibt zwei Staaten, die im Nahen Osten Unheil anrichten, die ständig Aggressionen, Gewalt, terroristische und illegale Handlungen ausüben. Beide sind große Atomwaffen-Staaten mit riesigen Nuklearwaffenarsenalen. Über ihre Atomwaffen wird nicht diskutiert.”

Euronews: “Wen meinen Sie damit?”

Noam Chomsky: “Die Vereinigten Staaten und Israel. Die beiden größten Atommächte der Welt. Es gibt einen Grund dafür, warum in internationalen von US-Wahlbehörden ausgeführten Umfragen die Vereinigten Staaten von einer überwältigenden Mehrheit als die größte Bedrohung für den Weltfrieden angesehen werden. Kein anderes Land kommt dem nahe. Es ist schon interessant, dass sich US-Medien weigern, das zu veröffentlichen. Aber es bleibt ein Fakt.”

Euronews: “Sie halten nicht viel von US-Präsident Barack Obama. Verändert dieses Abkommen etwas an ihrer Einschätzung? Die Tatsache, dass er versucht, die Gefahr eines Atomkriegs zu reduzieren?”

Noam Chomsky: “Das macht er ja nicht. Er initiierte gerade ein Billionen-Dollar-Programm zur Modernisierung des US-Kernwaffensystems, das bedeutet den Ausbau des Kernwaffensystems. Das ist einer der Gründe, warum die berühmte Weltuntergangsuhr, die von der Fachzeitschrift ‘Bulletin oft the Atomic Scientists’ geschaffen wurde, gerade vor ein paar Wochen zwei Minuten näher an Mitternacht gestellt wurde. Mitternacht ist das Ende. Es ist jetzt drei Minuten vor zwölf. So nahe an der Katastrophe stand die Uhr seit dreißig Jahren nicht, seit der großen Kriegsangst in den frühen Reaganjahren.”

Euronews: “Sie erwähnten die USA und Israel in Bezug auf den Iran. Offensichtlich ist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gegen ein Atomabkommen mit dem Iran, er sagt….”

Noam Chomsky: “Das ist interessant. Wir sollten uns fragen, warum.”

Euronews: “Warum?”

Noam Chomsky: “Wir wissen, warum. Iran hat sehr geringe Militärausgaben, selbst nach den Maßstäben der Region, ganz zu schweigen von den Vereinigten Staaten. Die strategische Doktrin des Iran ist defensiv, darauf ausgelegt, einen Angriff so lange abzuwehren, bis die Diplomatie greift. Und die Vereinigten Staaten und Israel, die beiden Schurkenstaaten, wollen diese Abschreckung nicht tolerieren. Kein strategischer Analyst mit ein bisschen Hirn denkt, dass der Iran jemals eine Atomwaffe einsetzen würde. Selbst wenn sie dazu bereit wären, das Land würde einfach verdampft werden. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die herrschenden Kleriker – was immer man auch über sie denkt – alles zerstören wollen, was sie haben.”

Euronews: “Noch eine weitere Frage zu diesem Thema von Morten A. Andersen via Social Media. Er fragt: ‘Glauben Sie, die USA würden jemals eine Vereinbarung treffen, die Israel gefährlich werden könnte?’”

Noam Chomsky: “Die Vereinigten Staaten ziehen ständig Aktionen durch, die für Israel gefährlich sind, ernsthaft. Zum Beispiel die Unterstützung der israelischen Politik. In den vergangenen 40 Jahren war die größte Bedrohung für Israel seine eigene Politik. Wenn Sie 40 Jahre zurückschauen, sagen wir ins Jahr 1970, damals war Israel eines der am meisten respektierten und bewundertsten Länder der Welt. Es gab viele positive Stimmen. Jetzt ist es eines der unbeliebtesten und gefürchtetsten Länder der Welt. In den frühen 1970er-Jahren hat Israel eine Entscheidung getroffen. Sie hatten die Wahl und sie haben die Expansion der Sicherheit vorgezogen – mit gefährlichen Folgen. Konsequenzen, die zu der Zeit auf der Hand lagen. Ich und andere Menschen schrieben darüber – wenn sie die Expansion der Sicherheit vorziehen, wird das zu innerstaatlichem Niedergang, Wut, Widerstand, Isolation und möglicherweise zur ultimativen Zerstörung führen. Und durch die Unterstützung dieser Politik tragen die Vereinigten Staaten zu den Gefahren bei, die Israel bedrohen.”

Euronews: “Das führt mich zum Thema Terrorismus. Das ist wirklich eine globale Pest und einige Menschen – ich denke, Sie eingeschlossen – werden sagen, dass das eine Konsequenz der weltweiten US-Antiterror-Politik ist. Wie weit sind die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten für die derzeit grassierenden Terroranschläge auf der ganzen Welt verantwortlich?”

Noam Chomsky: “Die bei Weitem schlimmste Terrorkampagne in der Welt ist die, die Washington inszeniert. Das ist eine globale Ermordungskampagne. Es gab noch nie eine Terrorkampagne dieser Größenordnung.”

Euronews: “Was meinen Sie mit globaler Ermordungskampagne?”

Noam Chomsky: “Die Drohnenkampagne – genauso kann man sie bezeichnen. In weiten Teilen der Welt führen die Vereinigten Staaten systematisch, öffentlich, offen – es gibt nichts Geheimes daran, was ich sage, wissen wir alle – regelmäßige Kampagnen durch, um Menschen zu ermorden, die von der US-Regierung verdächtigt werden, dem Land irgendwann Schaden zuzufügen. Und das ist, wie Sie bereits erwähnt haben, eine Terror erzeugende Kampagne: Wenn man beispielsweise ein Dorf im Jemen bombardiert und jemanden tötet, vielleicht – oder auch nicht – die Person, die ihr Ziel war, dazu andere Menschen, die sich zufällig in der Nähe aufhielten, was glauben Sie, wie werden die reagieren? Sie werden sich rächen wollen.”

Euronews: “Sie beschreiben die USA als führenden Terroristenstaat. Wie passt Europa in dieses Bild?”

Noam Chomsky: “Das ist eine interessante Frage. Es gab beispielsweise vor Kurzem eine Studie. Ich glaube von der ‘Open Society Foundation’, in der es heißt: ‘Die schlimmste Form der Folter ist die illegale Auslieferung’. Das bedeutet, dass man einen Verdächtigen zu seinem Lieblingsdiktator schickt, vielleicht Assad, Gaddafi oder Mubarak, damit er dort gefoltert wird, in der Hoffnung, dass vielleicht etwas dabei herauskommt. Das nennt man außerordentliche Auslieferung (Überstellung von Terrorverdächtigen). Die Studie gab einen Überblick über die Länder, die daran beteiligt sind: die Diktaturen im Nahen Osten natürlich, denn dort werden die Verdächtigen hingeschickt, um gefoltert zu werden, und Europa. Die meisten Länder Europas nehmen daran teil: England, Schweden, andere Länder. Es gibt in der Tat nur eine Region in der Welt, in der kein Land daran teilnimmt: Lateinamerika. Das ist ziemlich dramatisch. Vor allem Lateinamerika hat sich jetzt ziemlich der US-Kontrolle entzogen. Als es noch vor nicht allzu langer Zeit von den Vereinigten Staaten kontrolliert wurde, war es das Weltzentrum der Folter. Jetzt beteiligt es sich nicht mehr an der schlimmsten Form der Folter, an der illegalen Auslieferung. Europa schon. Wenn der Herr brüllt, ducken sich die Diener.”

Euronews: “Europa ist also der Diener der USA?”

Noam Chomsky: “Auf jeden Fall. Sie sind zu feige, um eine eigenständige Position einzunehmen.”

Euronews: “Wie passt Wladimir Putin in dieses Bild? Er gilt als eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit? Ist er das?”

Noam Chomsky: “Wie die meisten Staatenlenker ist er eine Gefahr für die eigene Bevölkerung. Er hat illegal gehandelt. Aber ihn als verrücktes Monster darzustellen, das krank im Gehirn ist und Alzheimer hat, als eine böse Kreatur mit Rattengesicht, das ist bester Orwellscher Fanatismus. Was immer man auch über seine Politik denkt, sie ist verständlich. Die Idee, dass die Ukraine einem westlichen Militärbündnis beitreten könnte, wäre für jeden russischen Staatschef inakzeptabel. Das geht bis ins Jahr 1990 zurück, als die Sowjetunion zusammenbrach. Da gab es die Frage, was mit der NATO geschehen sollte. Gorbatschow stimmte der Einheit Deutschlands und seinem Beitritt zur NATO zu. Das war ein ziemlich bemerkenswertes Zugeständnis mit einer Gegenleistung (quid pro quo): dass die Nato sich keinen Zentimeter nach Osten bewegen würde, das war der Satz, der verwendet wurde.”

Euronews: “Russland wurde also provoziert?”

Noam Chomsky: “Was passierte? Die NATO bewegte sich sofort nach Ostdeutschland und dann kam Clinton und erweiterte die NATO bis an die Grenzen Russlands. Jetzt stimmte die neue ukrainische Regierung, die Regierung nach dem Sturz der vorherigen, jetzt stimmte das Parlament 300 zu 8 oder so ähnlich für einen Beitritt zur NATO.”

Euronews: “Aber man kann verstehen, warum sie der NATO beitreten wollen, warum es die Regierung von Petro Poroschenko wahrscheinlich als Schutz für das Land ansieht?”

Noam Chomsky: “Nein, nein, nein, nein. Das ist kein Landesschutz. Die Krim wurde nach dem Sturz der Regierung annektiert, das ist richtig. Das ist nicht zum Schutz der Ukraine, der Ukraine droht damit ein großer Krieg. Das ist kein Schutz. Der Punkt ist, das ist eine ernste strategische Bedrohung für Russland, jeder russische Präsident müsste darauf reagieren. Das ist sehr verständlich.”

Euronews: “Betrachtet man die Situation in Europa, gibt es noch ein anderes interessantes Phänomen: Griechenland bewegt sich mit der Syriza in Richtung Osten. Auch die Podemos, die in Spanien an Macht gewinnt, auch in Ungarn. Glauben Sie, es gibt ein Potenzial in Europa, sich zu verändern und sich mehr an den russischen Interessen auszurichten?”

Noam Chomsky: “Schauen Sie, was passiert. Ungarn steckt in einer völlig anderen Situation. Syriza ritt auf einer populären Welle an die Macht, die besagt, Griechenland sollte sich nicht länger der Politik aus Brüssel und den deutschen Banken beugen, die das Land zerstört. Die Auswirkung dieser Politik hat Griechenlands Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erhöht. Rund die Hälfte der Jugendlichen sind arbeitslos, gut 40 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, Griechenland wird gerade zerstört.”

Euronews: “Sollte man seine Schulden also abschreiben?”

Noam Chomsky: “Ja, genau, wie bei den Deutschen. 1953 als Europa die meisten der deutschen Schulden abschrieb. Einfach so, damit das Land nach den Kriegsschäden wieder aufgebaut werden konnte.”

Euronews: “Aber was ist dann mit all den anderen europäischen Ländern?”

Noam Chomsky: “Das Gleiche.”

Euronews: “Also Portugal sollten seine Schulden erlassen werden, Spanien sollten seine Schulden erlassen werden?”

Noam Chomsky: “Wie sind diese Schulden entstanden? Wem schuldet man sie? Teilweise wurden diese Schulden durch Diktatoren gemacht. In Griechenland war es die von den USA unterstützte faschistische Diktatur, die einen großen Teil der Schulden machte. Meiner Meinung nach waren die Schulden brutaler als die Diktatur. Das ist ein Begriff aus dem Völkerrecht, Diktatorenschulden, die müssen nicht zurückgezahlt werden. Das ist ein Prinzip, das von den USA in internationales Recht eingeführt wurde, als es in ihrem Interesse war. Ein Großteil der restlichen Schulden, die Hilfspakete für Griechenland, sind eigentlich Zahlungen an Banken, deutsche und französische Banken, die äußerst riskante Kredite mit nicht sehr hohen Zinsen gegeben hatten und jetzt mit der Tatsache konfrontiert werden, dass sie nicht zurückgezahlt werden können.”

Euronews: “Hier kommt eine Frage von Gil Gribaudo, der wissen will: ‘Wie wird sich Europa verändern, angesichts der existenziellen Herausforderungen, vor denen es steht?’ Es gibt die Wirtschaftskrise, einen Anstieg des Nationalismus und Sie haben auch einige kulturellen Bruchlinien beschrieben, die in Europa entstanden sind. Wie beurteilen Sie den Wandel in Europa?”

Noam Chomsky: “Europa hat große Probleme. Einige dieser Probleme sind das Ergebnis der Wirtschaftspolitik der Brüsseler Bürokraten, der Europäischen Kommission usw., entstanden unter dem Druck der NATO und der Großbanken, meistens deutsche Banken. Diese Doktrinen sind richtig aus Sicht derer, die sie entworfen haben. Zum einen wollen sie eine Rückzahlung ihrer riskanten und gefährlichen Kredite und Investitionen. Zum anderen haben diese Doktrinen aber den Wohlfahrtsstaat untergraben, das war nie beabsichtigt. Der Wohlfahrtsstaat ist einer der wichtigsten europäischen Beiträge zur modernen Gesellschaft. Aber den Reichen und Mächtigen hat er noch nie gefallen und aus ihrer Sicht ist es gut, dass er durch diese Politik erschüttert wird. Es gibt ein weiteres Problem in Europa, es ist extrem rassistisch. Ich habe immer gedacht, dass Europa wahrscheinlich rassistischer ist als die USA. Es fiel nicht auf in Europa, denn die europäischen Bevölkerungen waren in der Vergangenheit tendenziell ziemlich homogen. Wenn jeder blond und blauäugig ist, ist man kein Rassist, aber sobald sich die Bevölkerung ändert, kommt der Rassismus aus der Versenkung. Sehr schnell. Und das ist ein ernsthaftes kulturelles Problem in Europa.”

Euronews: “Unsere Zeit läuft ab, ich möchte mit einer Frage von Robert Leight enden, einer eher hoffnungsvollen. Er fragt: ‘Was gibt Ihnen Hoffnung?’”

Noam Chomsky: “Einige Dinge, über die wir gesprochen haben, geben mir Hoffnung. Die Unabhängigkeit von Lateinamerika zum Beispiel. Das ist von historischer Bedeutung. Wir können es gerade jetzt beobachten auf dem Amerika-Gipfel in Panama. Bei den vergangenen Treffen waren die Vereinigten Staaten vollständig isoliert. Es ist eine radikale Wandlung im Vergleich zu der Zeit vor zehn, zwanzig Jahren, als die USA Lateinamerika im Griff hatten. Das ist auch der Grund, warum Obama auf Kuba zugeht. Er versucht, die Isolation der USA zu überwinden. Es sind die USA, die isoliert sind, nicht Kuba. Wahrscheinlich wird das scheitern. Wir werden sehen. In Europa geben Syriza und Podemos Anlass zum Optimismus. Hoffentlich gibt es endlich einen Volksaufstand gegen die vernichtende, zerstörerische Wirtschafts- und Sozialpolitik, die von den Bürokraten und den Banken kommt. Das gibt Hoffnung. Sollte es auf jeden Fall.

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