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Schön und extrem: die lettische Sopranistin Kristine Opolais an der Bayrischen Staatsoper

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Schön und extrem: die lettische Sopranistin Kristine Opolais an der Bayrischen Staatsoper

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Die lettische Sopranistin Kristine Opolais war gerade in der Bayrischen Staatsoper in München als Tatjana in Tschaikowsky "Eugen Onegin" zu bewundern. Eine Rolle, die sie ganz außergewöhnlich verkörpe

Die lettische Sopranistin Kristine Opolais war gerade in der Bayrischen Staatsoper in München als Tatjana in Tschaikowsky “Eugen Onegin” zu bewundern. Eine Rolle, die sie ganz außergewöhnlich verkörperte. Euronews hat den internationalen Opernstar auf ein Gespräch in München getroffen.

Meinung

Ich gehe ich immer auf die Bühne mit der Vorstellung ich stände und sänge dort zum letzten Mal.

Die traurige Tatjana, deren Herz gebrochen ist, weil Onegin ihre Liebe nicht erwidert – es ist eine der bewegendsten Szenen aus Tschaikowskys Oper Eugen Onegin , die zur Zeit erfolgreich an der Bayerischen Staatsoper in München von Krzysztof Warlikowski inszeniert wird. In der Produktion verwischen Realität und Fantasie in dem Kopf des männlichen Hauptcharakters, der von homoerotischen Fantasien heimgesucht wird.

Die Rolle der unglücklichen Tatjana wird von der lettischen Sopranistin Kristine Opolais gesungen: intensiv, mutig, schön und echt. Doch im echten Leben ist die attraktive Lettin keine Tatjana: “Ich bin nicht Tatjana, ich bin nicht diese Art ruhige, schüchterne Frau. Ich war eigentlich noch nie in meinem Leben in einer vergleichbaren Situation. Natürlich war ich verliebt, als ich fünfzehn Jahre alt war und ich dachte jedes Mal das ist für immer. Doch dann war das Gefühl schnell wieder weg. Es ist schwer, mich mit Tatjana zu vergleichen. Aber ich würde sagen, dass ich heute, nachdem ich geheiratet und mein Kind bekommen habe, die Rolle der Tatjana viel tiefer empfinde.”

Kristine Opolais ist eine entschlossene Frau und eine leidenschaftliche Künstlerin. Sie sagt, sie sei eine Extremistin in allem was sie tut: “Ich wurde so geboren. Ich bin eine ‘Alles oder Nichts’-Persönlichkeit! Das ist natürlich nicht sehr gut, ein Mittelweg ist oft besser. Aber ich bin immer auf dem Weg, meinen mittleren Weg zu finden!”

Bei den Aufführungen im Juli während der Münchner Opernfestspiele wird Kristine Opolais, wie schon in der Premierenserie ab 15. November 2014, die Titelpartie von Puccinis “Manon Lescaut” singen. Eine weitere Rolle, die sie mit ihrer außergewöhnlichen Leidenschaft verkörpern wird: “Ich bin voller Leidenschaft, dieses Gefühl ist immer bei mir. Von der Sekunde an, wenn ich auf die Bühne gehe, zittere ich. Jede Vorstellung ist für mich wie eine letzte Aufführung. Denn es könnte meine letzte sein. Also gehe ich immer auf die Bühne mit der Vorstellung ich stände und sänge dort zum letzten Mal.”

Auf der Bühne in München stand sie bestimmt nicht zum letzen Mal und auch nicht zum ersten Mal. Hier ist sie ein gerne gebuchter Star, seit sie 2010 bei der Premiere von Antonin Dvořáks lyrischem Märchen “Rusalka” mit gerade mal dreißig Jahren für Nina Stemme in der Titelrolle eingesprungen ist. Damals hat sie das Publikum in München schon begeistert: “In München muss ich hart arbeiten, um die Liebe des Publikums zu erobern, aber ich bin so glücklich, wenn ich sie dann bekomme! Es macht mich so glücklich, weil ich mich dann wie eine Gewinnerin fühle, ich habe das Gefühl ihr Herz erobert zu haben. Das ist etwas wirklich Besonderes! “

Ihre Auftritte in München sind für Kristine Opolais wirklich etwas Besonderes, denn es ist ihre Wahlheimat. Die schöne Sängerin hat sich in München niedergelassen, um hier ihre Tochter aufzuziehen, denn: “In München habe ich mich vom ersten Moment an wohl gefühlt.”