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Griechen vor der Ungewissheit: "Viele wollen es einfach mit sich geschehen lassen"

Während die Geldgeber in Brüssel und das Parlament in Athen die neuen Spar- und Reformvorschläge der Regierung debattieren, bleibt vielen Griechen

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Griechen vor der Ungewissheit: "Viele wollen es einfach mit sich geschehen lassen"

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Während die Geldgeber in Brüssel und das Parlament in Athen die neuen Spar- und Reformvorschläge der Regierung debattieren, bleibt vielen Griechen derzeit kaum etwas anderes übrig als zu warten – in der Schlange vor dem Geldautomaten und vor allem auf ein Ende der Ungewissheit.

Auch nach dem mehrheitlichen “Nein” beim Referendum ist das Land gespalten. Gerade Arbeitslose können sich weitere Sparmaßnahmen nicht vorstellen. Andere fühlen sich schlicht aufgerieben vom endlosen Hin und Her.

“Die Frage ist nicht, ob wir einen neuen Deal akzeptieren, sondern ob solche Maßnahmen möglich sind”, so eine arbeitslose Reisekauffrau in Athen. “Wenn die Arbeitslosigkeit bei 30 Prozent liegt, macht es keinen Sinn etwas anderes zu fragen.”

“Wir Griechen sind verwirrt. Wir wollen Europa definitiv nicht verlassen, kein Grieche will das. Die Maßnahmen haben viele Menschen inzwischen so in die Knie gezwungen, dass sie nicht mehr dagegen ankämpfen und es einfach mit sich geschehen lassen wollen. Wir sind sehr traurig aber wir wollen Europa nicht verlassen.”

Der gefühlten Machtlosigkeit stehen der Zeitdruck und der echte Ernst der Lage gegenüber. “Verhandlungen auf Treibsand” titelt die griechische Zeitung Efimerida Ton Syntakton kurz vor dem Treffen der Eurogruppe in Brüssel am Wochenende.

Zuhause lassen die Kapitalkontrollen unterdessen die Güter knapp werden, elektronische Bezahlung wird vielerorts nicht mehr akzeptiert und ihr verfügbares Bargeld geben auch Griechen aus der Mittelschicht derzeit nach Möglichkeit nur für Hamsterkäufe und Anlagen in Sachwerten aus.

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