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70 Jahre nach dem Krieg: Südkoreanische Trostfrauen fordern Entschuldigung von Japan

In Südkorea haben Demonstranten kurz vor dem 70. Jahrestag des Endes der Kollonialbesatzung erneut eine Entschuldigung Japans gefordert. Zu der seit

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70 Jahre nach dem Krieg: Südkoreanische Trostfrauen fordern Entschuldigung von Japan

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In Südkorea haben Demonstranten kurz vor dem 70. Jahrestag des Endes der Kollonialbesatzung erneut eine Entschuldigung Japans gefordert. Zu der seit zwei Jahrzehnten wöchentlich am Mittwoch stattfindenden Kundgebung vor der japanischen Botschaft kamen diesmal rund 2000 Menschen, darunter auch ehemalige sogenannte “Trostfrauen” wie Lee Young Soo, die von den japanischen Besatzern zwangsprostituiert wurden:

“Wäre Japan taub, könnte es uns jetzt trotzdem hören, wäre Japan blind, könnte es uns jetzt sehen. Denn wir haben unsere Forderungen oft genug verdeutlicht. Sie sollten sich entschuldigen und uns entschädigen”, sagte Lee.

Bis zu 200.000 Frauen waren betroffen, schätzen Historiker. Manche ihrer Sprecherinnen fordern heute einen Neuanfang in den Beziehungen beider Länder, doch eine Entschuldigung will auch die junge Generation.

“Wir, die jungen Leute, werden nicht vergessen und uns solange dafür einsetzen, bis das Problem gelöst ist. Ich werde nicht nur zu den wöchtenlichen Anti-Japan-Protesten gehen, ich werde mich auch sonst dafür einsetzen, auch wenn irgendwann alle ehemaligen Trostfrauen gestorben sind.”

1993 gestand Japan eine Beteiligung des Staates an der Einrichtung von Soldatenbordellen ein, seit 1995 gibt es einen Entschädigungsfonds. Die formelle Entschuldigung und direkte Entschädigungen für Opfer verweigert Japan aber.

Im Verlauf der Kundgebung kam es zu einem schockierenden Zwischenfall, als sich ein 80-jähriger Mann selbst in Brand steckte. Seine Motive waren zunächst nicht klar. Er wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert.