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Air France im Sinkflug

Die französische Fluglinie Air France ist finster zum Sparen entschlossen – spätestens, seit im Juli die Zahlen zu einem enttäuschenden zweiten

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Air France im Sinkflug

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Die französische Fluglinie Air France ist finster zum Sparen entschlossen – spätestens, seit im Juli die Zahlen zu einem enttäuschenden zweiten Quartal feststanden. Die Airline machte 79 Millionen Euro Verlust, der Umsatz fiel auf vergleichbarer Basis um 4,5 Prozent auf 6,64 Milliarden Euro.

Meinung

Leider entspringen ihre Arbeitsbeziehungen dem 19. Jahrhundert und nicht dem 21. Jahrhundert

Die Geschäftsentwicklung der letzten zwölf Monate zwinge den Konzern zum Sparen, hieß es. Positiven Effekten wie gesunkenen Kerosinkosten standen Währungsbelastungen und ein geringerer Erlös je Passagier gegenüber.

Air France KLM ist nach Passagieren Nummer vier in Europa, nach den Gruppen Lufthansa, Ryanair und der International Airlines Group, kurz IAG (British Airways, Iberia, Air Lingus, Vueling). Firmenchef Alexandre de Juniac musste Spekulationen entgegentreten, der Air-Berlin-Geldgeber Etihad könnte auch bei der französisch-niederländischen Gesellschaft einsteigen.

Michael Hewson, CMC Markets, London:

“Leider entspringen ihre Arbeitsbeziehungen dem 19. Jahrhundert und nicht dem 21. Jahrhundert. Jemand muss hier etwas aufgeben. Das Management sucht nach einer Lösung – ich meine, sie sehen sonst keinen Ausweg.”

„Wir sind skeptisch – sowohl bei der Umsatzprognose als auch bei den Einsparungen“, schrieb das Brokerunternehmen Liberum, London, in einer Studie.

Anfang der Woche hatte Air France neuen Sparplan vorgestellt, der 2.900 Arbeitsplätze gefährdet. Er könnte 300 Piloten, 900 Flugbegleiter und 1.700 Mitarbeiter des Bodenpersonals den Job kosten.Daraufhin attackierten Mitarbeiter das Management, auch physisch.

su mit AFP, dpa