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Frankreich: Schock und Empörung nach Gewalt gegen Ai-France-Manager

Die französische Fluglinie Air France will an ihren geplanten Einsparungen und Entlassungen festhalten – trotz massiver Proteste, die am Montag in

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Frankreich: Schock und Empörung nach Gewalt gegen Ai-France-Manager

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Die französische Fluglinie Air France will an ihren geplanten Einsparungen und Entlassungen festhalten – trotz massiver Proteste, die am Montag in Gewalt ausarteten.

Wütenden Arbeitnehmer hatten eine Sitzung des Managements mit Arbeitnehmervertretern im Air-France-Gebäude am Flughafen Charles-de-Gaulle bei Paris gestürmt, wo Personalvorstand Xavier Broseta die Sparpläne vorstellte.

Broseta flüchtete mit zerrissenem Hemd und nacktem Oberkörper aus einem Handgemenge, es gab mehrere Verletzte, ein Angestellter des Sicherheitsdienstes war einige Stunden lang bewusstlos.

Air France ist seit 2011 in der Verlustzone. Vergangene Woche waren Verhandlungen mit Vertretern der Piloten über längere Arbeitszeiten bei gleichem Gehalt gescheitert. Auch deshalb sollen nun 2900 Stellen wegfallen, hauptsächlich beim Kabinen- und Bodenpersonal, sowie 300 Piloten.

Französische Politiker sprachen von einem Imageschaden und verurteilten die Eskalation, denn der Vorfall macht international Schlagzeilen. Laut einer Umfrage der Zeitung Le Parisien stoßen die Forderungen der Piloten, anders als bei vielen sonstigen Streiks, unter Franzosen aber eher auf Unverständnis: 71 Prozent halten die Piloten demnach für eine privilegierte Gruppe. Die Zeitung le Figaro kommentierte, der Vorfall sei ein Beispiel der sozialen Blockade Frankreichs.

Personalvorstand Broseta machte am Dienstag implizit militante Gewerkschafter für die Auschreitungen verantwortlich: “Persönlich bin ich natürlich geschockt und enttäuscht. Aber ich will nicht, dass die Empörung jetzt alle Angestellten und Gewerkschaften bei Air France trifft”, sagte Broseta.

Auch Gewerkschaftsvertreter verurteilten die Eskalation vom Montag. “Wir heißen solche Aktionen nicht gut, aber ich glaube, die Leute haben einfach genug”, sagte Christophe Mallogi von der Gewerkschaft FO. “Die Angestellten haben enorme Opfer gebracht und gleichzeitig sprechen die Chefs von Entlassungen. Das war nicht akzeptabel und die Angestellten haben das auf ihre eigene Art und Weise deutlich gemacht.”

Eine Neubeteiligung des französischen Staates, die die finanzielle Lage des Konzerns Air France-KLM entlasten könnte, steht laut dem französischen Transportministerium derzeit nicht auf der Agenda.