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Wie giftige Tierarten Leben retten können

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Wie giftige Tierarten Leben retten können

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Wir zeigen Ihnen in dieser Ausgabe, dass dieselben Tiere, die den Menschen töten können, auch dabei helfen könnten, Diabetes

Wir zeigen Ihnen in dieser Ausgabe, dass dieselben Tiere, die den Menschen töten können, auch dabei helfen könnten, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien oder sogar Fettleibigkeit zu behandeln.

Der Geschäftsführer des Unternehmens ALPHA Biotoxine, Rudy Fourmy erklärt: “Ich extrahiere dieser Krustenechse Gift. Sie stammt aus Mittelamerika und ist sehr giftig. Das Gift einer ähnlichen Gattung wurde bereits für die Entwicklung einer Diabetes-Behandlung”

Dieses ungewöhnliche Labor im Süden Belgiens beherbergt rund 200 giftige Tierarten, darunter Schlangen, Skorpione, Spinnen und Wespen.

Bisher wurden die Gifte hauptsächlich untersucht, um Gegenmittel zu finden. Aber das scheint sich gerade zu ändern, oder?
Der Geschäftsführer des Unternehmens ALPHA Biotoxine, Rudy Fourmy führt weiter aus: “Ja, im Moment nutzen wir die Grundlagenforschung dazu, die Inhaltsstoffe in den Giften zu identifizieren. Diese können wir dann auf ihr therapeutisches Potenzial prüfen.”

Biochemiker Loïc Quentin erklärt: “Dieses Gift stammt von einer gefährlichen Viper aus Südamerika. Sie verfügt über ein starkes Gift, ein komplexer chemischer Cocktail. Wir wollen herausfinden, welche der Inhaltsstoffe gutes Potential für die Entwicklung von neuen Medikamenten haben.”

Die Wissenschaftler des VENOMICS-Projekts nutzen die Massenspektrometrie und andere komplexe Techniken, um die Giften von über 200 verschiedenen Tierarten zu identifizieren. Loïc Quinton: “Auf unserem Bildschirm sehen wir die grafische Darstellung der molekularen Zusammensetzung aller Giftproben, die wir analysieren. Die verschiedenen Inhaltsstoffe werden identifiziert und nach ihrer Masse klassifiziert. Jeder Ausschlag kann einem Gift zugeordnet werden.”

Nachdem die Tiergiste, so genanntet Toxine identifiziert waren, wurden sie in aufwendigen biologischen und syntetischen Prozessen produziert. Chemiker Gilles Mourier, Chemist sagte:

Die VENOMICS-Forscher haben damit begonnen, eine Datenbank aus 10.000 Miniproteinen aufzubauen, die dann mit Hilfe von Bakterien reproduziert werden können. Mehr als 4000 solcher Miniproteine wurden neu eingestuft.

VENOMICS-Projektkoordinator Nicolas Gilles:
“Wir konzentrieren uns auf Krankheiten wie Diabetes oder Fettleibigkeit. Auf diesen Gebieten müssen wir noch neue Medikamente entwickeln. Die Entdeckung und die Klassifizierung dauern zwei bis drei Jahre. Dann braucht man noch mal zehn bis 15 Jahre, um neue Medikamente zu entwickeln, zu testen und zu zertifizieren bevor sie auf den kommerziellen Markt kommen.”

Die Wissenschaftler hoffen das heilende Gift der Natur weiter erforschen zu können. Bisher wurde nur ein Bruchteil der vermutlich mehr als 100.000 verschiedenen Tiergifte untersucht. Geschäftsführer des Unternehmens ALPHA Biotoxine, Rudy Fourmy: “Die meisten dieser Tiere sind gefährdet, durch illegale Jagd, oder weil ihr natürlicher Lebensraum zerstört wird. Wenn wir zeigen können, dass diese Tiere auch von Nutzen für uns sein können, vielleicht schützen wir sie dann besser, so kann unsere Gesundheit in der Zukunft verbessert werden.”