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Holocaust-Überlebende Éva Fahidi tanzt ihre Geschichte

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Holocaust-Überlebende Éva Fahidi tanzt ihre Geschichte

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Éva Fahidi ist 90 Jahre alt, ungarische Jüdin und Überlebende von Auschwitz und Buchenwald. Ihre Lebensgeschichte erzählt sie in Form einer

Éva Fahidi ist 90 Jahre alt, ungarische Jüdin und Überlebende von Auschwitz und Buchenwald. Ihre Lebensgeschichte erzählt sie in Form einer außergewöhnlichen Tanz-Performance gemeinsam mit einer jungen Kollegin. Jahrzehntelang schwieg Fahidi über die Deportation, bevor sie 2003 nach einem Auschwitz-Besuch ihre Erinnerungen niederschrieb. Der Tanz sei eine noch viel stärkere Ausdrucksform, sagt sie.

Éva Fahidi: “Mein Enkelsohn ist zur Vorstellung gekommen, und er war ganz außer sich. Das hat ihn erreicht. Also das, was ich sage ist, es gibt eine ganz breite Schicht, die man nicht erreicht. Aber mit dem Tanz, mit den Gebärden, womit man alles zum Ausdruck bringen kann, habe ich sie doch erreicht.”

Anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz präsentierte Eva Fahidi ihren Tanz erstmals in Deutschland, im Berliner TAK Theater im Aufbau Haus. Der Auftritt kam mit Unterstützung des Internationalen Auschwitz Komitees zustande.

Dessen Exekutiv-Vizepräsident, Christoph Heubner, lobt die große Kraft der Performance von Éva Fahidi. “Ein Tanz, der aus dem Grauen entsteht und eine immense Zusage für die Empathie und für das Leben ist, ein positiver Hoffnungsschimmer, der in diesen Tagen, wo viele den Mut verlieren und sich verunsichern lassen bei vielen politischen Herausforderungen, Flüchtlingen und so weiter, unendlich gut tut.”

“Sea-Lavender oder die Euphorie des Seins” heißt die Choreografie im Duett mit der Tänzerin Emese Cuhorka und hatte im vergangenen Oktober in Budapest Premiere.
Das Projekt kam auf Initiative der Regisseurin Réka Szabó von der Compagnie The Symptoms zustande.

Das Berliner Publikum war sehr beeindruckt. “Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen”, sagt eine Zuschauerin. “Ich habe nicht so ein emotionales Feuerwerk erwartet. Ich bin wirklich erstaunt, mit wie wenig Dingen man so viel erzählen kann. Ich bin sehr sehr positiv überrascht.”

“Ein wunderbarer Abend”, schwärmt eine andere Frau. “Éva hat eine Kraft in sich, das ist einfach unbeschreiblich. Sie hat so eine positive Einstellung mit so vielen Erinnerungen, der Trauerverarbeitung, das ist einfach wunderbar.”

Nach zwei Aufführungen in Erfurt wird das Stück Anfang Februar wieder im Budapest zu sehen sein, weitere internationale Auftritte sind geplant.