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Blick auf US-Wahlen nach Super-Tuesday: Es wird hässlich werden

Wir schauen auf den Super Tuesday, den Tag, an dem in zwölf Bundesstaaten in den USA Vorwahlen stattfinden und sprechen mit unserem

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Blick auf US-Wahlen nach Super-Tuesday: Es wird hässlich werden

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Wir schauen auf den Super Tuesday, den Tag, an dem in zwölf Bundesstaaten in den USA Vorwahlen stattfinden und sprechen mit unserem Washington-Korrespondenten Stefan Grobe. Chris Cummins hat die Fragen gestellt.

Meinung

"Wir haben einen sehr langen und hässlichen Wahlkampf vor uns."

Fangen wir mit den Republikanern an. Wird Donald Trump seinen Triumph fortsetzen können?

Es ist gut möglich, dass er diesen Super-Tuesday gewinnt. Den letzten Umfragen zufolge liegt er nur in einem einzigen Staat nicht vorn, und das ist Texas. Aber wenn er alle anderen Staaten gewinnen sollte, kann ihn nichts mehr stoppen. Interessanterweise bekommt er Unterstützung von allen vier Säulen der republikanischen Wählerschaft: von den Evangelikalen, den Sozialkonservativen, denen, den Verteidigungspolitik wichtig ist und der Wirtschaft. Aber in seiner Kampagne geht es nicht um Politik, noch nicht mal um Grundwerte. Es geht darum, dem Establishment der Republikaner in Washington den Mittelfinger zu zeigen. Dieses Establishment hat es vor vier Jahren nicht geschafft, sich auf einen Moderaten wie Mitt Romney oder vor acht Jahren auf John McCain zu einigen.

Cummins: Hillary Clinton scheint wieder im Aufwind zu sein. Wie zuversichtlich ist man im Clinton-Lager?

Clintons Wahlkampfteam ist sehr, sehr zuversichtlich, vor allem nach dem vergangenen beiden Vorwalen in Nevada und besonders nach South Carolina. Hillary Clinton hat großen Rückhalt bei Minderheiten und das wird entscheidend sein beim Super-Tuesday. Sie liegt in sieben von elf Staaten in Führung, auch im Süden. Dort sind viele Delegiertenstimmen zu gewinnen und sie wird einen großen Vorsprung erreichen, einen Vorsprung, den Bernie Sanders nicht einholen kann. Vom Geld ganz abgesehen: Wenn er am Super-Tuesday und darüber hinaus schlechte Ergebnisse erzielt, wird ihm wahrscheinlich das Geld ausgehen und er wird keine Unterstützung von der Parteiführung bekommen, die geschlossen hinter Hillary Clinton steht.

Demnach wird sich das Rennen ums Weiße Haus zwischen Trump und Clinton abspielen?

Ich denke, es wird schneller als bisher gedacht auf dieses Rennen hinauslaufen und dann wird eine Schlacht beginnen. Donald Trump hat schon erahnen lassen, wie heftig er Hillary Clinton angehen wird. Er wird ihre Bilanz als Außenministerin angreifen, ihren E-Mail-Skandal, den Anschlag in Benghasi und ihre Probleme mit der Justiz ausschlachten. Er wird das Vermächtnis der Clintons und ihr ganzes Imperium angreifen. Es wird hässlich werden. Was Hillary Clinton angeht, sie erwähnt Trump ab und zu in ihrem Wahlkampf, aber sie ist noch nicht zum Angriff übergegangen. Wahrscheinlich wird sie seinen Charakter kritisieren, die mangelnde politische Substanz in seinem Wahlkampf angreifen, seine Dreistigkeit und seinen Fremdenhass. Wir haben einen sehr langen und hässlichen Wahlkampf vor uns.