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Casper: Ein Roboter-Freund für krebskranke Kinder

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Casper: Ein Roboter-Freund für krebskranke Kinder

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Kann ein kleiner Roboter krebskranken Kindern helfen?

Der kleine Casper wurde entworfen, um krebskranken Kindern zu helfen. Er wird derzeit in einem Krankenhaus in Lissabon getestet. Casper ist kein gewöhnlicher Roboter. Er kann seine Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren.

Meinung

Wir haben es hier mit Kindern zu tun, der Roboter musste also niedlich sein.

Casper spielt und redet. Dank seiner Sensoren und seines Navigationssystems kann er sich alleine fortbewegen. Er erkennt die kleinen Patienten und geht Hindernissen aus dem Weg. Laut der Ärztin Filomena Pereira leistet der Roboter gute Arbeit: “Uns bereitet es Sorgen, wenn die Kinder alleine Computerspiele spielen. Die Kinder, die hier im Krankenhaus sind, gewöhnen es sich an, Computer zu spielen und sich zu isolieren. Der Roboter hingegen fördert soziale Gemeinschaft, er fördert Interaktionen zwischen den Gruppen. Die gleiche Technologie fördert so das Zusammensein.”

Casper wurden im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts entworfen. Die Wissenschaftler untersuchen, inwiefern ein sozialer Roboter fähig ist, an Lern- und Kinderspielen in der Krankenstation teilzunehmen. Der Elektronik- und Computeringenieur und Koordinator des Projekts João Silva Sequeira erklärt: “Unsere erste Schwierigkeit war es, die richtige Roboter-Plattform zu finden. Wir benötigten einen Roboter, der mit einer Person gehen kann. Seine höchste Geschwindigkeit beträgt also zweieinhalb Meter pro Sekunde. Der Roboter musste auch das richtige Aussehen haben. Wir haben es hier mit Kindern zu tun, der Roboter musste also niedlich sein. Wir haben 100 Kinder gefragt, wie der Roboter aussehen sollte. Eine weitere Herausforderung war es, die Technikkonzepte zu entwickeln, mit denen der Roboter ausgestattet ist. Casper muss auf seine Umgebung reagieren, er enthält also technische Innovationen. Die müssen auch die sozialen Aspekte berücksichtigen. Der Roboter muss seine soziale Umgebung erfassen.”

In einem Labor der Universität von Lissabon wurden Systemteile des Roboters entwickelt. Komplexe Technik und psychologische Konzepte tragen dazu bei, Caspers Auffassung zu verbessern. Das Ziel ist es, die Interaktionen zwischen Mensch und Roboter zu vereinfachen. Sie sollen ganz natürlich geschehen. Der Forscher Víctor González Pacheco betont: “Wir versuchen, eine positive Reaktion bei ihnen auszulösen. Die Ärzte sagen, dass die Kinder sich nach einer Behandlung besser erholen, wenn sie fröhlich und glücklich sind. Casper soll ihnen also dabei helfen, Spaß zu haben und er soll mit ihnen spielen. Wir wollen, dass die Kinder die gleiche Beziehung zu dem Roboter, wie zu einem Haustier oder sogar einem Freund haben.”

Filomena Pereira zufolge gibt es noch Raum für Verbesserung: “Ich würde mir wünschen, dass die Erfinder des Roboters seine Fähigkeit, mit den Kindern zu interagieren, noch verbessern. Ich weiß, dass das schwierig ist, es ist der schwierigste Teil ihrer Arbeit. Aber es wäre toll, wenn die Kinder eine Beziehung zu dem Roboter aufbauen könnten. Denn sie müssen die Sachen wirklich mögen, mit denen sie im täglichen Leben um Krankenhaus umgeben sind.”

Die Forscher hoffen, dass Casper in weniger als drei Jahren in Krankenhäusern in ganz Europa als Roboter-Freund zum Einsatz kommt.