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Feuergefechte in  Kongo-Brazzaville, Tausende auf der Flucht

Kurz nach der Präsidentenwahl gibt es heftige Gefechte in Kongo- Brazzaville.  Kurz nach der umstrittenen Wiederwahl war es in der Hauptstadt

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Feuergefechte in  Kongo-Brazzaville, Tausende auf der Flucht

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Kurz nach der Präsidentenwahl gibt es heftige Gefechte in Kongo- Brazzaville.  Kurz nach der umstrittenen Wiederwahl war es in der Hauptstadt Brazzaville zu heftigen Feuergefechten gekommen. Am frühen Montagmorgen hätten bewaffnete Oppositionsanhänger drei Polizeiwachen im Süden Brazzavilles angegriffen, sagte Kommunikationsminister Thierry Moungalla. Er sprach von einer  “terroristischen Aktion”. Es gab zunächst keine Angaben zu Opfern. Bei den Angreifern soll es sich nach Moungallas Angaben um Anhänger der Ninja-Miliz gehandelt haben. Diese hatte im Bürgerkrieg von 1997 bis 1999 gegen Anhänger von Präsident Sassou-Nguesso gekämpft. Der Stadtteil Makelekele gilt als Hochburg der Opposition. Anhänger der Opposition hätten zunächst Straßensperren errichtet, sagte ein Augenzeuge. Sie hätten mehrere Straßenkreuzungen blockiert und den Rücktritt von Präsident Denis Sassou-Nguesso gefordert. Tausende Bewohner flohen vor den Unruhen in nördliche Teile von Brazzaville.

Am 20. März hatte der seit rund 20 Jahren in Kongo-Brazzaville amtierende Sassou-Nguesso die Präsidentenwahl gewonnen. In einem umstrittenen Referendum hatte er zuvor die Verfassung ändern lassen, um erneut kandidieren zu können. Um das Referendum war es zu gewalttätigen Protesten gekommen. Der frühere Militärangehörige Sassou-Nguesso regierte das Land erstmals von 1979 bis 1992, danach kam es zu einem Bürgerkrieg.  Etwa die Hälfte der 4,5 Millionen Einwohner des ölreichen Landes gilt der Weltbank zufolge als arm. Kongo-Brazzaville liegt westlich des weitaus größeren Staates Kongo, wo rund 80 Millionen Menschen leben.