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Gipfeltreffen zum Kampf gegen die Islamistenmiliz Boko Haram

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Gipfeltreffen zum Kampf gegen die Islamistenmiliz Boko Haram

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In der nigerianischen Hauptstadt Abuja beraten Vertreter west- und zentralafrikanischer Staaten, der USA und der EU über die Bekämpfung der radikalislamistischen Boko Haram. An dem regionalen Sicherheitsgipfel nimmt auch der französische Staatspräsident François Hollande teil. Frankreich will die Zusammenarbeit gegen Boko Haram verstärken. Geplant ist die Unterzeichnung neuer Verteidigungsabkommen.

“Diese Terrorgruppe ist geschwächt, sie wurde zurückgedrängt, sie wird gejagt und hat Gebiete, die sie kontrollierte, aufgeben müssen. Als Folge kann sie besser bekämpft werden, aber sie bleibt eine Bedrohung”, erklärte Hollande.



Es ist bereits der zweite Anti-Boko-Haram-Gipfel. Boko Haram bedroht mehrere afrikanische Länder und versucht im Nordosten Nigerias ein Kalifat zu errichten. Seit 2009 töteten die Islamisten in Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad mindestens 14.000 Menschen, mehr als 2 Millionen sind auf der Flucht.

Hintergrund

Boko Haram – Westafrikas Islamisten

Die radikalislamistische Boko Haram bedroht mehrere afrikanische Länder und führt seit Jahren im Nordosten Nigerias einen blutigen Feldzug zur Errichtung eines «Gottesstaats». In diesem Kalifat soll allein eine radikale Auslegung der Scharia – der islamischen Rechtssprechung – gelten.

Über die Struktur der Organisation und die Zahl der Mitglieder liegen keine gesicherten Informationen vor.

Mit der Entführung von rund 200 Schülerinnen vor zwei Jahren ist Boko Haram in die internationalen Schlagzeilen geraten. Viele Prominente, darunter auch die US-First Lady, Michelle Obama, setzten sich für die Freilassung der Mädchen ein. Nach Zeugenberichten halten die Islamisten Mädchen und Frauen entweder als Sexsklavinnen fest oder zwingen sie zum Übertritt zum Islam und zur Heirat.

Nach Angaben internationaler Organisationen sollen seit 2009 mindestens 14.000 Menschen von Boko Haram getötet worden sein. Wie die Dschihadisten des Islamischen Staats im Irak und in Syrien bezeichnen sie die Versklavung andersgläubiger Frauen als eine religiöse Pflicht Mindestens 2000 Frauen und Mädchen befinden sich nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Gefangenschaft der Islamisten.

Quelle: dpa

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