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Innorobo 2016: Kooperative Roboter für Industrie und Alltag

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Innorobo 2016: Kooperative Roboter für Industrie und Alltag

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Robotertechnologie schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Immer schneller, geschickter und kommunikativer werden die intelligenten Maschinen. Und vor allem hilfsbereiter – in der Industrie und im Alltag. “Cobots” heißen die neuen Helfer (“collaborative robots”) und waren die Stars auf der jüngsten Fachmesse für Robotik Innorobo in Paris. Beispielsweise Sawyer, ein speziell für industrielle Anwendungen geschaffener Hochleistungsroboter mit Kamera und Präzisionsgriff.

Jérôme Laplace, CEO Humarobotics: “Ich denke, dass Cobots in Zukunft immer effizienter sein werden und noch einfacher programmiert werden können. Die Idee ist, nicht einen einzigen Roboter mehrere Monate an einem bestimmten Ort einzusetzen, sondern ihn an ein und demselben Tag viele verschiedene Arbeiten erledigen zu lassen.”

Menschliche Kraft verzehnfacht

“Exo Push” heißt ein mit Sensor im Handgriff ausgestattetes System, das die menschliche Kraft angeblich verzehnfacht. Aufgabe dieses Roboters ist, dem Menschen bei schweren und peniblen zur Hand zu gehen. Ähnlich wie ein Exoskelett, sagt der in Paris ansässige Hersteller und sieht die Anwendung in der Industrie oder beispielsweise bei Straußenbauarbeiten.

Olivier Baudet, RB 3D: “Nehmen wir einen Bauarbeiter der 35 Tonnen Asphalt pro Tag ausrollen muss, das ist sehr anstrengend. Mit dieser Maschine können wir seine Kraft verzehnfachen. Er spürt nur noch 3,5 Tonnen, das fühlt sich besser an. Am Ende des Tages ist er weniger geschafft und kann sogar mehr erreichen.”

“Jaco”, der dritte Arm

Speziell für Menschen mit eingeschränkten Arm- oder Handfunktionen ist dieser Prototyp gedacht: ein Roboterarm mit drei Greiffingern. “Jaco” heißt das Modell, es kann mittels Joystick, Touchpad, Kinn- oder Kopfsteuerung bedient werden. Der Arm bewegt sich geräuscharm und sanft in sechs Freiheitsgraden und kann unbegrenzt rotieren. Das 3-Finger-Greifsystem erlaubt höchste Präzision. Wiederkehrende Bewegungsabläufe können gespeichert werden.

François Boucher, Kinova Robotics: “Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Rollstuhl und können nur kaum oder gar nicht die Arme bewegen. Mit diesem Arm können Sie wieder allein essen und trinken, statt auf einen Krankenpfleger angewiesen zu sein.”

Sauber grillen Dank “Grillbot”

Eine Erleichterung im Leben vieler Barbecue-Fans ist “Grillbot”, der Reinigungsroboter für den Grillrost. Der Saubermacher gleitet auf Stahlbürsten hin und her und bringt so den Rost wieder zum Glänzen

10 Minuten dauert der Reinigungszyklus, einfach den Startknopf drücken. Der Roboter ist für alle Grillarten geeignet: Elektronik, Gas und Kohle.

Erfinder Ethan Woods kam zufällig auf die glänzende Idee: “Ich erwartete Gäste und wollte, den Grill anwerfen. Als ich den Deckel öffnete, war der Rost völlig verdreckt und meine Drahtbürste nicht mehr einsatzfähig. Statt eine neue Bürste zu kaufen, ging ich in meine Garage, holt den Bohrer, dem ich eine Bürste aufsteckte. So putzte ich den Grill und fragte mich: ‘Warum kann ich nicht einfach einen Knopf drücken? Warum muss ich vor dem heißen Grill stehen und das hier machen?’”

Die Kehrseite der Medaille: fünf Millionen Jobs weniger

Viele gute Ideen – aber auch eine große Gefahr. Wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern und der fortschreitenden Digitalisierung könnten die Industrieländer in den nächsten Jahren rund fünf Millionen Jobs verlieren, warnte das Weltwirtschaftsforum in einer jüngsten Studie.

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