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Maestro Omer Meir Wellber verzaubert Dresden

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Maestro Omer Meir Wellber verzaubert Dresden

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Er wird als einer der talentiersten Dirigenten seiner Generation gefeiert: Omer Meir Wellber. Der charismatische Shootingstar aus Israel begeistert bei den Dresdner Musikfestspielen mit dem renommierten Israel Philarmonic Orchestra.

Ein einzigartiger Ort für ein großartiges Konzert: Der talentierte Dirigent Omer Meir Wellber und das Israel Philharmonic Orchestra haben ihr Publikum in der Dresdner Frauenkirche verzaubert. Die Kirche, deren Trümmer lange an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erinnerten, erstrahlt in vollem Glanz.

Das Konzert ist Teil der Dresdner Musikfestspiele. Die 39. Ausgabe ist Israel gewidmet. Der Intendant Jan Vogler erklärt: “Mir war sehr wichtig, dass wir mit diesem Israel-Schwerpunkt Nachdenken und Erinnern auf musikalisch sehr qualitätvolle Weise in Gang setzen. Wir erinnern an die Geschichte und wir zeigen die kulturelle Verbindung zwischen beiden Ländern.”

Dirigent Omer Meir Wellber zufolge sind neue Zeiten angebrochen: “Heute sind wir eine andere Generation. In einer gewissen Weise repräsentiert die Frauenkirche und auch das Israel Philharmonic Orchestra diese neue Generation. Wir öffnen Türen und lassen frischen Wind herein.”

Auf dem Programm: Die 6. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch aus dem Jahr 1939. Der Komponist fühlte sich der jüdischen Kultur sehr nahe. Für Wellber ist es immer eine Freude seine Werke zu spielen: “Ich habe eine besondere Beziehung zu Schostakowitsch. Es ist vielleicht meine Lieblingssinfonie von Schostakowitsch. Ihm gelingt es, eine lange Geschichte zu erzählen. Es beginnt mit einem wirklich sehr überirdischen, spirituellen Moment und dann endet es in einem Zirkus. Das ist sehr typisch für Schostakowitsch, aber es ist auch ein Ausdruck des jüdischen Humors. Selbst in den schlimmsten Situationen kannst du dich auf den Humor verlassen. Das ist sehr schön.”

Dem 34-Jährigen macht es Spaß hin und wieder die Perspektive zu wechseln. Der frühere Assistent des Maestros Daniel Barenboim, spielt immer noch leidenschaftlich Akkordeon und Klavier. Dresden ist sein zweites Zuhause. Er erzählt: “Ich mag es zu spielen, denn dadurch bin ich weiter mit der wirklichen Welt der Musiker und der Musik verbunden. Denn wenn man dirigiert, denkt man manchmal, dass man die Musik macht. Es stimmt, dass man viel macht, aber man ist nicht der, der die Musik macht.”

Um seinen Musikern noch näher zu sein, dirigiert er meist ohne Partitur. “Ich mag es, dass man Musik aus dem Nichts erschafft. Man muss die Menschen ansehen und mit ihnen kommunizieren, denn man muss sich dessen bewusst sein, was während des Konzertes passiert,” so Wellber.

Jan Vogler ist voll des Lobes für den Dirigenten: “Also er hat echtes Temperament. Das ist übrigens relativ selten. Es gibt viele, die viel Show machen und wirklich viel große Gestik, aber er hat ein echtes Temperament. Dann hat er hervorragende Ohren, also er hört alles, er komponiert ja auch. Dazu hat er viel Phantasie. Ich würde sagen, er ist jemand, der kreativ neue Wege sucht.”

Wellber arbeitet stets hart, um sich dann Freiheiten erlauben zu können. Er betont: “Ich glaube daran, spontan weise zu sein. Man muss eine Menge lernen. Man muss alles wissen und viel proben und dann muss man einen Weg finden, um wirklich spontan zu sein.”

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