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Europäischer Erfinderpreis 2016 in Lissabon

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Europäischer Erfinderpreis 2016 in Lissabon

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Die 11. Verleihung des Europäischen Erfinderpreises fand in diesem Jahr in der portugiesischen Metropole Lissabon statt. euronews-Reporter Chris Cummins war dabei. “Es ist durchaus passend, dass sich hier in Lissabon, wo sich die letzte Ruhestätte, des großen portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama, die Pioniere der Neuzeit versammeln, um mit dem Europäischen Erfinderpreis, den Geist der Kreativität zu feiern.”

Mit der Auszeichnung wird die visionäre Arbeit europäischer Erfinder von den Hütern der Innovation, dem Europäischen Patentamt geehrt. Der Preis wird in den Kategorien Industrie, Forschung, KMU, Außereuropäische Staaten und Lebenswerk verliehen.

In letzterer wurde der Automobilingenieur Anton van Zanten ausgezeichnet. Gemeinsam mit Armin Müller entwickelte er das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das bei Vollbremsungen innerhalb einer Hundertstelsekunde die Stabilität des Fahrzeugs wieder herstellt und heute nach dem Gurt der wichtigste Lebensretter im Straßenverkehr ist.

Anton van Zanten: “Ich bin sehr dankbar, dass dieses System heute für Autofahrer so wertvoll ist. Denn ESP verhindert schwere Unfälle und damit schwere Verletzungen. Vor allem deswegen bin ich sehr dankbar.”

Bernhard Gleich und Jürgen Weizenecker wurden in der Kategorie Industrie für die Entwicklung der sogenannten Magnetpartikelbildgebung (MPI) geehrt. Das Verfahren soll Ärzten die sofortige Erstellung detaillierter 3D-Bilder von Tumoren und Gefäßerkrankungen ermöglichen.

Die deutschen Physiker und ihr Team setzten auf eine schnelle Verbreitung und Weiterentwicklung der Methode.

Jürgen Weizenecker: “Leute werden danach fragen, was ist das genau? Und das wird natürlich viele kreative Leute anlocken, die die Methode voranbringen werden, die an unterschiedlichsten Stellen in der Welt anfangen werden, daran zu arbeiten.”

Der französische Neurochirurg und Physiker Alim-Louis Benabid erhielt in der Kategorie Forschung den Preis. Sie von ihm entwickelte Tiefe Hirnstimulation (THS) zur Behandlung von Parkinson und anderer neurologischer Erkrankungen, ermöglicht Patienten auf der ganzen Welt, ein von Einschränkungen freies und erfülltes Leben zu führen.

Alim-Louis Benabid: “Einen Preis zu erhalten, bedeutet vor allem die Anerkennung und Bestätigung, dass das, was wir gemacht haben, wichtig war. Man fragt sich immer, ob man das Richtige tut. Das ist die Bestätigung unserer Arbeit durch Außenstehende, und das ist sehr angenehm.”

Das dänische Forscherteam um Tue Johannessen und Ulrich Quaade wurde in der Kategorie
Kleine und mittelständische Unternehmen ausgezeichnet. Mit ihrer Methode kann Ammoniak (durch Bindung an ein in Form gepresstes Metallsalz) als Filter für Dieselabgase eingesetzt werden

Tue Johannessen: “Es ist das perfekte Molekül, um Stickoxide in Dieselmotoren zu reduzieren. Um diese Eigenschaft beim Auto so nutzbringend wie möglich einzusetzen, muss die Methode sicher sein. Und das ist uns bei der Entwicklung vom Kernstück der Erfindung bis zum aktuellen Stand gelungen, um Ammoniak ohne Sicherheitsrisiken an Bord eines Fahrzeugs einzusetzen.”

Helen Lee schließlich wurde mit dem Publikumspreis 2016 geehrt. Die Forscherin an der Universität Cambridge hat ein Diagnose-Kit für den Schnellnachweis ansteckender Krankheiten, wie HIV, Hepatitis B und Chlamydien entwickelt, das sich speziell für den Einsatz in ärmeren Regionen eignet.

Helen Lee: “Wenn Sie den Roman ‘Vom Winde verweht’ kennen und dessen Schlüsselfigur Scarlett O’Hara, es wirklich ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhafen, nach der einzigartigen Zusammensetzung, der genetischen Sequenz von Bakterien und Viren. Wenn wir Scarlett O’Hara finden, haben wir auch den Bestseller ‘Vom Winde verweht’.”

Chris Cummins, euronews: “Der Erfindungsreichtum, der in Lissabon geehrt wird, von der Sicherheit im Straßenverkehr bis zur Medizinischen Diagnostik und Behandlung zeigt, dass Kreativität unter den richtigen Voraussetzungen, einen großen wirtschaftlichen und sozialen Einfluss auf das tägliche Leben von Millionen Menschen haben kann.”

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